Sascha Hel­fen­stein, Sie sind Abtei­lungs­leiter Fuß­ball des Kreis­li­gisten TuS Appen aus Schleswig-Hol­stein. Wann haben Sie davon erfahren, dass einer Ihrer Spieler in der NPD ist?
2014 ist Schwarz­bach bei uns Mit­glied geworden. Anfang 2015 haben wir das erste Mal Kenntnis von seiner poli­ti­schen Ein­stel­lung erlangt, als im Internet Bilder von ihm mit ent­spre­chenden Aus­sagen sowie dem NPD-Logo auf­ge­taucht sind. Nach einigem Nach­for­schen wussten wir dann Bescheid.

Wie wurde auf diese Ent­de­ckung reagiert?
Die Mann­schaft hat gesagt: Mit einem NPD-Mit­glied wollen wir nicht mehr trai­nieren“. Dar­aufhin haben sehr viele Gespräche mit Schwarz­bach statt­ge­funden, sowohl von meiner Seite als Trainer und Abtei­lungs­leiter Fuß­ball als auch von Seiten des Vor­stands. Von ihm kam aber keine Reak­tion auf das, was die Mann­schaft ihm vor­ge­worfen hatte. Also hat diese den Ent­schluss gefasst, ein Aus­schluss­ver­fahren ein­zu­leiten.

Wie lief das ab?
So ein Antrag ist nicht von heute auf morgen umzu­setzen. Schwarz­bach hat das Recht bekommen, das Ehren­ge­richt des Ver­eins anzu­rufen, das mit ihm und den betrof­fenen Spie­lern gespro­chen hat. Seit 2016 zieht sich das Ver­fahren auf einer juris­ti­schen Ebene hin.

Das Land­ge­richt Itzehoe hat nun in der ver­gan­gene Woche den Ver­eins­aus­schluss wegen eines Feh­lers bei der Sat­zungs­än­de­rung, mit der Schwarz­bach aus­ge­schlossen wurde, für ungültig erklärt.
Damit mussten wir leider rechnen. Nach Maß­gaben des Ver­eins- und Sat­zungs­recht war ein Form­fehler drin, sodass den Rich­tern dahin­ge­hend auch kein Vor­wurf zu machen ist. Es ist natür­lich sehr ärger­lich, dass in der Sache selbst kein Urteil gefällt wurde.

Hat Schwarz­bach seine Gesin­nung auch auf dem Fuß­ball­platz gezeigt?
Nein, er hat keine Wer­bung für seine poli­ti­sche Sache im Verein gemacht. Wenn man ihn direkt darauf ange­spro­chen hat, kam aller­dings etwas.