Seite 2: „Wir haben zum Pokalsieg beigetragen"

Genug unter­klas­siger Fuß­ball, reden wir über die Ein­tracht.
Abdi: (Ruft.) Ein­traaaaaaaacht!

Wie viel Spaß macht euch die aktu­elle Saison?
Celo: Durch die Siege gegen Dort­mund und Wolfs­burg können wir fast sicher sagen: Cham­pions League, Abi, wir kommen!

Was würde euch die Cham­pions-League-Qua­li­fi­ka­tion bedeuten?
Abdi: Das wär Party, Alter!
Celo: Beim Cham­pions-League-Finale 2015, Juve gegen Barca, war ich mit Abdi in Berlin. Das war baba. Wenn ich mir das mit der Ein­tracht vor­stelle: Wahn­sinn!

Falls Aus­wärts­fahrten irgend­wann wieder erlaubt sind: Habt ihr ein Cham­pions-League-Traum­ziel?
Celo: Paris ist immer eine Reise wert. Wenn Mbappé bei PSG bleibt, wäre es krass ihn da mal live zu sehen. Ita­lie­ni­sche Ver­eine mag ich aber auch, da ist immer eine geile Atmo­sphäre. Aber dann wäre es wahr­schein­lich schon wieder Inter.
Abdi: Oder Ata­lanta Ber­gamo.
Celo: Das wäre ulti­mativ!
Abdi: Die Ultras sind ja befreundet. Bestimmt würden sie dann so auf kor­rekt ein­fach 0:0 spielen.
Celo: Viel­leicht wäre es aber auch das Ende der Fan-Freund­schaft. (Lacht.)

Wir haben Kim­mich ständig abge­lenkt. Wir haben sein Leben zur Hölle gemacht.“

Celo

Apropos Aus­wärts­fahrten: Was war euer bestes Aus­wärts-Erlebnis mit der Ein­tracht?
Celo: Ganz klar das Pokal­fi­nale 2018 in Berlin. Wir haben sogar zum Sieg bei­getragen.

Wie das?
Celo: Abdi und ich saßen in der fünften Reihe, relativ nah am Spiel­feld. Das haben wir aus­ge­nutzt und Kim­mich an der Sei­ten­linie ständig abge­lenkt. Wir haben sein Leben zur Hölle gemacht. Ein paar Mal hat er sich sogar umge­dreht und geguckt.

Was habt ihr gerufen?
Abdi: Kim­mich, iss mal mehr Döner! Du brauchst biss­chen mehr auf den Rippen! So etwas eben.
Celo: Wir mussten aller­dings auf­passen, weil um uns herum viele Bayern-Fans saßen. Die fanden das nicht so lustig. Als ich irgend­wann später im Hotel war, habe ich gesehen, dass ich ein Brand­loch im Trikot hatte.

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Der Ein­satz hat sich gelohnt: Abdi mit dem DFB-Pokal.

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Habt ihr Lieb­lings­spieler in der aktu­ellen Mann­schaft?
Abdi: Aymen Barkok auf jeden Fall.
Celo: Hanybal (befreun­deter Rapper, d. Red.) ist in der glei­chen Straße auf­ge­wachsen wie er, sie kennen sich schon lange. Früher kam er zu unseren Kon­zerten, jetzt gehen wir zu seinen Spielen. André Silva ist auch krass. Und Kostic, Alter! Der läuft wie ein Irrer, bereitet alles vor, arbeitet auch nach hinten. Der ist der Kämpfer. Ohne den würden wir nicht stehen, wo wir jetzt stehen.
Abdi: Amin Younes ist auch krass drauf. Der ist jetzt sogar wieder Natio­nal­spieler.

Anläss­lich des Jah­res­tages des ras­sis­ti­schen Anschlags von Hanau hat Amin Younes beim Spiel gegen Bayern ein beein­dru­ckendes Zei­chen gesetzt: Nach seinem Tor hielt er ein T‑Shirt mit dem Namen von Fatih Sara­çoğlu, einem der Opfer, in die Höhe.
Abdi: Das war stabil.
Celo: Es ist wichtig, dass man die Namen der Opfer nie ver­gisst. Dazu hat Amin mit seiner Aktion bei­getragen.

Manchmal müssen wir uns zurück­halten, nicht schon wieder einen Reim auf einen Fuß­baller zu machen“

Abdi

Reden wir zum Abschluss noch ein biss­chen über Musik. Es gibt kaum einen Song von euch, der ohne eine Fuß­ball­re­fe­renz aus­kommt. Ist das Absicht oder pas­siert das ein­fach so?
Abdi: Das pas­siert ein­fach so. Wir gucken jetzt nicht nach, wer gerade die Tor­schüt­zen­liste anführt, um den dann in unseren Songs ein­zu­bauen.
Celo: Wir schreiben auf Flow, auf Klang. Und weil wir eben viel Fuß­ball im Kopf haben, fallen uns oft Fuß­baller ein, die an bestimmten Stellen gut rein­passen.
Abdi: Manchmal müssen wir uns sogar zurück­halten, nicht schon wieder einen Reim auf einen Fuß­baller zu machen. Bati­stuta reimt sich zum Bei­spiel auf sehr vieles.
Celo: Nicht mehr als drei Fuß­ball­re­fe­renzen in einem Text, das ist unsere Regel. Sonst sind es am Ende reine Fuß­ball­songs, das ist nicht unser Ziel.

Habt ihr eine Lieb­lings-Fuß­ball-Line?
Celo: Ich habe keinen Ordner im Kopf, in dem meine ganzen Fuß­ball-Lines sind. Spontan fällt mir diese ein: Celo, Diego, Armando Mara­dona Style, Null Pro­blemo, rauch ihn tot, ich bau noch ein.
Abdi: In keinem Drogen-Gangster-Film gibt‘s ein Happy End, weil des Leben zu schnell an einem vorbei wie Messi rennt.

Ihr habt euch auch am Jubi­lä­ums­track zu 20 Jahren Ultras Frank­furt betei­ligt. Wie eng sind eure Ver­bin­dungen in die Szene?
Abdi: Ich war früher sehr viel mit den Ultras Frank­furt unter­wegs. Des­halb ist der Kon­takt zu den Leuten auf jeden Fall nach wie vor da. Auch mit Leuten wie Vega und Bosca (Rapper, die eben­falls Mit­glieder der Ultras Frank­furt sind, d. Red.) haben wir immer mal wieder beruf­lich zu tun.

Vor einigen Jahren noch war Rock die Musik­rich­tung Nummer eins vieler Fan­szenen. Mitt­ler­weile ist es ganz klar Rap. Macht euch das stolz?
Abdi: Auf jeden Fall.
Celo: Wir sehen uns als Pio­niere. Wir haben dazu bei­getragen, dass diese Musik salon­fähig wird. Rap ist gerade das Non­plus­ultra der Musik. Fuß­baller, Ultras oder Banker – jeder hört Rap.