Hans-Günter Becker, ein eng­li­scher Fuß­ball­his­to­riker hat mal gesagt: Fuß­ball ohne Zuschauer ist nur ein Kick von 22 Kurz­be­hosten im Park.“ Würden Sie das unter­schreiben?
(Lacht.) Ja, das würde ich unter­schreiben.

Ich spiele auf die Partie gegen Glad­bach am 15. Januar 1966 an – vor nur 827 Zuschauern. Wie war das Gefühl, als Sie beim Ein­laufen die leeren Ränge in dem großen Olym­pia­sta­dion gesehen haben?
Frus­trie­rend. Ich habe mich kaum getraut, ins Publikum zu schauen. Die Reso­nanz macht viel aus. Sie peitscht dich nach vorne oder drückt dich nieder. In dem Falle drückt sie dich nieder, weil man sich sagt, dass sich keiner für dich oder die Mann­schaft inter­es­siert.

Haben Sie trotzdem Ver­ständnis, dass so wenige kamen?
Ohne Wei­teres. Der Zuschauer will Spek­takel, er will Mann­schaften auf Augen­höhe und mög­lichst ein gutes Spiel sehen. Aber bei der Saison, die wir gespielt haben, haben viele gesagt: Da gehe ich nicht hin, die ver­lieren ja sowieso.“

Wie hat die Mann­schaft den über­schau­baren Zulauf wahr­ge­nommen?
Wir haben das mit Humor genommen, wie wir in dieser Saison vieles mit Humor nehmen mussten. Man kann ja nicht ver­zwei­feln. Wir mussten nun mal spielen. Als wir aus der Kabine gekommen sind, haben wir uns gesagt: Die Zuschauer werden sich ärgern, die zu Hause geblieben sind.“

Das war womög­lich tat­säch­lich der Fall. Das Spiel endete 0:0. Wie liefen die 90 Minuten?
Das Unent­schieden war glück­lich. Günter Netzer hat nach dem Spiel gesagt, wir konnten machen, was wir wollten, es fiel ein­fach kein Tor. Es lag zen­ti­me­ter­hoch Schnee, Glad­bach konnte seine tech­ni­schen Fähig­keiten nicht aus­spielen und wir haben eben gekämpft.