Seite 2: „Für Celtic zu spielen, war einmalig"

Sie haben auch für Celtic Glasgow in Schott­land gespielt. Der Klub ist berühmt für seine Fans. Wo war die Unter­stüt­zung am besten? In Paris, Lille oder Glasgow?
Ich denke, dass alle drei Klubs tolle Unter­stüt­zung genießen. Cel­tics Fan­szene hat eine groß­ar­tige Geschichte. Die Fans sind wirk­lich ver­rückt und sorgen immer für fan­tas­ti­sche Stim­mung. Im Park­head (Sta­dion von Celtic, Anmerk. d. Red.) für Celtic zu spielen, war eine ein­ma­lige Erfah­rung, wirk­lich unglaub­lich. Auch bei PSG waren die Fans klasse. Aber ich mag die Men­schen, die uns bei Lille unter­stützen. Die letzten paar Jahre und der Gewinn der Meis­ter­schaft waren gran­dios. Die Fans sind sogar zum Trai­ning gekommen und haben dort Rauch­fa­ckeln gezündet. Das fand ich so cool, dass ich sogar Videos davon bei Insta­gram gepostet habe.

Wie wichtig war das halbe Jahr bei Celtic für Ihre spie­le­ri­sche Ent­wick­lung?
Das war sehr wichtig für mich, um mich in der Fuß­ball­welt besser zurecht­zu­finden. Bei PSG habe ich nicht son­der­lich viel gespielt. Für mich war es also der nächste Schritt im Lern­pro­zess. Ich habe mehr von Anfang an gespielt.

Aber Sie mussten sich auch an eine sehr phy­si­sche Spiel­weise anpassen.
In Schott­land ist der Fuß­ball sehr kör­per­be­tont. Alle Spieler spielen mit sehr viel Herz. Das ver­suche ich auch in Frank­reich auf dem Platz umzu­setzen.

Ich bin in den USA geboren, ich bin dort auf­ge­wachsen, meine ganzen Freunde sind im Team. Die Sache war immer klar für mich“

Sie laufen für die Natio­nal­mann­schaft der USA auf. Ihr Vater kommt aus Liberia, Ihre Mutter ist Jamai­ka­nerin. Warum haben Sie sich für die US-Aus­wahl ent­schieden?
Ich spiele für die USA seitdem ich 12 oder 13 Jahre alt bin, ich war also immer Teil des Sys­tems. Ich bin in den USA geboren, ich bin dort auf­ge­wachsen, meine ganzen Freunde sind im Team. Die Sache war immer klar für mich. Die Wahl fiel von Anfang an auf die USA und ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe, für mein Land zu spielen. Gregg Ber­halter (Trainer der USA, Anmerk. d. Red.) gibt mir viel Ein­satz­zeit und ich liebe das Team und meine Mit­spieler, zum Bei­spiel Tyler Adams…

… von RB Leipzig. Hat er schonmal ver­sucht, Sie zu einem Wechsel in die Bun­des­liga zu über­reden?
Schon sehr oft! Er ist einer meiner besten Freunde, wie ein Bruder für mich. Wir spielen schon Ewig­keiten zusammen, ver­bringen auch so oft Zeit mit­ein­ander oder schreiben uns Nach­richten. Die Bun­des­liga ist in meinen Augen eine der Top-Ligen in Europa. Beson­ders für junge Spieler ist sie eine fan­tas­ti­sche Mög­lich­keit. Viele junge Ame­ri­kaner haben in der Bun­des­liga schon tolle Leis­tungen gebracht und die Liga ist defi­nitiv inter­es­sant. Wer weiß, viel­leicht werde ich eines Tages auch dort spielen.

Gibt es einen Moment in der Natio­nalelf, an den Sie sich beson­ders gerne erin­nern?
Da gibt es einige. Ich erin­nere mich aber sehr gerne an die U20-WM 2019 mit Trainer Tab Ramos. Wir haben dort fan­tas­tisch gespielt, waren eine lus­tige Truppe, haben aber leider nicht das Finale erreicht. Für mich war es aber das erste Mal Fuß­ball auf der inter­na­tio­nale Bühne und gleich­zeitig ein rie­siger Moment in meiner Kar­riere, denn in dem Sommer habe ich auch bei Lille unter­schrieben.

Sie sind nicht nur Fuß­baller, son­dern auch Musiker. Ein Track von Ihnen ist in einem Clip von New Balance zu hören. Was gibt Ihnen die Musik, was der Fuß­ball Ihnen nicht geben kann?
Musik ist für mich die Mög­lich­keit, ein­fach raus­zu­kommen. Sonst dreht sich alles um den Fuß­ball, vom Trai­ning bis zu den Spielen am Wochen­ende. Ich habe einen guten Freund in Paris, mit dem ich Musik mache. Er kommt dafür immer nach Lille und wir genießen es dann ein­fach, unseren Geist durch die Musik ein wenig zu befreien. Die Song­texte sind manchmal fik­tional, manchmal nicht. Sie haben aber eigent­lich nie mit Fuß­ball zu tun und ent­stehen je nach Stim­mung. Dass ich in der ersten Kam­pagne mit New Balance gleich diese Seite von mir zeigen konnte, hat mir sehr gefallen. Ich fand die Idee erfri­schend, dass mir mein neuer Partner die Mög­lich­keit gibt, mich in der Zusam­men­ar­beit mit wirk­lich allen Facetten zeigen zu können, so wie ich eben bin. Auch abseits des Fuß­balls.

Werden wir bald ein Tim-Weah-Album zu hören bekommen?
Ich bin mir noch nicht sicher. Viel­leicht irgend­wann mal.

Tim Weah, wenn Sie in Zukunft in der Zei­tung eine Schlag­zeile über sich lesen dürften, welche wäre das?
Hof­fent­lich steht da irgend­wann Timothy Weah – einer der größten Spieler aller Zeiten“. Darauf läuft es bei all der Arbeit hinaus. Ich arbeite defi­nitiv darauf hin, irgend­wann auch mal eine Legende zu werden.

Dieses Inter­view wurde ermög­licht von New Balance.