Seite 2: „Ich bin gar nicht so der Kopfballspieler“

Ab wann steigt bei Ihnen denn die Ner­vo­sität vor dem Spiel? Ist es durch das erhöhte Medi­en­auf­kommen diesmal schon früher der Fall?
Eigent­lich bin ich der­je­nige in der Mann­schaft, der am ent­spann­testen in solche Par­tien geht. Das hat man schon vor den Lan­des­po­kal­spielen gesehen. Bei den Jungs und auch beim Trai­ner­team war schon eine gewisse Anspan­nung zu merken, aber ich komme damit eigent­lich ganz gut klar.

Sie hatten beim Regio­nal­li­gisten TSV Havelse eine lange Lei­dens­zeit mit einem Kreuz­band­riss, einem Syn­des­mo­se­band­riss und einer Scham­bein­ent­zün­dung. Wie sehr freut es Sie, doch nochmal auf so einer großen Bühne auf­zu­laufen?
Ich will nicht sagen, dass ich nicht mehr damit gerechnet habe. Aber ich bin schon ins Grü­beln gekommen. Das waren ja alles auch keine kleinen Ver­let­zungen. Vor allem die Scham­bein­ent­zün­dung war das Schlimmste, weil die Zukunft eben so unge­wiss ist. Man hat es ja bei Reus oder Robben gesehen, wie lange so eine Ver­let­zung dauern kann. Ich habe immer daran geglaubt, dass ich wieder auf die Beine komme und in der Reha unglaub­lich viel dafür gear­beitet.

Besteht eigent­lich noch Kon­takt zu Niclas Füll­krug, mit dem Sie in der Jugend zusammen gespielt haben?
Ja, durchaus. Wir haben nach dem Pokal­fi­nale mit­ein­ander geschrieben. Als er noch in Han­nover gelebt hat, sind wir uns auch ab und zu über den Weg gelaufen. Er hat eine län­gere Lei­dens­zeit hinter sich. Zu der Zeit haben wir uns per SMS gegen­seitig auf­ge­mun­tert.

Falls Sie noch Bedarf für Tipps haben, Füll­krug hat gegen Augs­burg eine aus­ge­spro­chen gute Bilanz. In vier Ein­sätzen hat er drei Tore und einen Assist vor­zu­weisen.
Da muss ich gleich nochmal mein Handy zücken und bei ihm durch­klin­geln. (Lacht.) Viel­leicht kann er mir ver­raten, wo Augs­burg genau seine Schwä­chen hat und welche Räume ich anlaufen muss.

Wie viele Kopf­ball­tore haben Sie sich eigent­lich für Samstag vor­ge­nommen? 
Das ist lustig, ich bin gar nicht so der Kopf­ball­spieler. Flanken können da aber schon ein gewisser Vor­teil sein. Und wenn ich sie nicht aufs Tor bekomme, kann ich die Bälle zumin­dest abschirmen oder ablegen.

Zum Abschluss: Was ist Ihr Tipp?
Ich bin ein opti­mis­ti­scher Mensch, des­wegen sage ich: Wir gewinnen 1:0 in Augs­burg durch ein ganz spätes Tor und danach drehen wir kom­plett durch und reißen Augs­burg ab.