Robin Krakau, was würden Sie sich kaufen, wenn Sie 12.750 Euro gewinnen?
Wahr­schein­lich würde ich mir einen Gebraucht­wagen kaufen. (Lacht)

Martin Kind, Prä­si­dent vom Han­no­ver­schen Sport­verein und Geschäfts­führer der zuge­hö­rigen Kapi­tal­ge­sell­schaften, will sich für diesen Betrag die Stim­men­mehr­heit an der Manage­ment GmbH kaufen, die die Lizenz­spie­lerab­tei­lung von Han­nover 96 kon­trol­liert.
Das stimmt. Es liegen aller­dings zwei Gut­achten vor, auch von der renom­mierten Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft Baker Tilly“. Dieses bezif­fert den Kauf­preis auf min­des­tens zehn Mil­lionen Euro.

Der Verein hätte also einen deut­li­chen höheren Preis ver­langen können? 
Durch den Rechts­an­walt Ralf Nestler, der Mit­glied im Auf­sichtsrat des Han­no­ver­schen Sport­ver­eins ist, wurde ein Antrag auf einst­wei­lige Ver­fü­gung beim Land­ge­richt Han­nover ein­ge­reicht. Ihr liegt das ange­spro­chene Gut­achten bei. Das ist nun der nächste Ver­such, das Vor­haben von Herrn Kind auf gericht­li­cher Ebene noch zu stoppen.

Bis wann ist mit einer Ent­schei­dung zu rechnen?
Da es ein einst­wei­liges Ver­fü­gungs­ver­fahren ist, müsste das relativ schnell gehen. Ich schätze spä­tes­tens in der kom­menden Woche.

Hat er die Anteile denn tat­säch­lich schon gekauft?
Wie der genaue Stand ist, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass der Vor­stand und der Auf­sichtsrat den Ver­kauf der Anteile abge­segnet haben. Wir gehen davon aus, dass er diese Anteile bereits gekauft hat, der Kauf­ver­trag aber erst dann wirksam wird, wenn die Zustim­mung von DFL und DFB vor­liegt.

Sie spre­chen von der Zustim­mung für die bean­tragte Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung von der 50+1‑Regel. Wurde auf der ver­gan­genen Jah­res­haupt­ver­samm­lung nicht beschlossen, dass Martin Kind vor der Bean­tra­gung die Mit­glieder dar­über infor­mieren und abstimmen lassen müsste?
Herr Kind sieht die Beschlüsse der Jah­res­haupt­ver­samm­lung ledig­lich als Emp­feh­lung. Das war ein großer Streit­punkt, da in unserer Sat­zung steht, dass die Mit­glie­der­ver­samm­lung das höchste Organ im Verein ist. Ande­rer­seits hat der Vor­stand argu­men­tiert, dass es in seine Kom­pe­tenz falle, solche Geschäfte abzu­schließen. Diese Auf­fas­sung konnte im ersten Ver­fahren nicht wider­legt werden.