Seite 2: „Ich will das durchziehen“

Das heißt, die Bericht­erstat­tung ist nicht live?
Ich fange mit dem Ticker zu der Uhr­zeit an, zu der das Spiel damals ange­pfiffen wurde, also ist es schon his­to­risch live“, wenn man so will. Im tiefsten Winter war das um 14:15 Uhr, weil es früh dunkel wurde und in den meisten Sta­dien noch kein Flut­licht instal­liert war.
 
Also heißt es am Sams­tag­nach­mittag für Sie: tickern und impro­vi­sieren?
In der Regel schreibe ich mir am Freitag jeden Tweet auf die Minute genau vor, denn meis­tens spielt die aktu­elle Borussia zeit­gleich. Dann muss ich sams­tags regel­mäßig die Uhr im Auge haben, damit ich keinen Tweet ver­passe und darf mich dabei nicht zu sehr von dem Spiel ablenken lassen, das gerade par­allel läuft.
 
Leidet da runter nicht Ihr Herz als Fan?
Nein! Wenn man so ein län­ger­fris­tiges Pro­jekt ange­fangen hat und die Leute sich drauf ver­lassen, dass am Wochen­ende wieder über die Saison 64/65 geti­ckert wird, dann will ich das auch durch­ziehen. Wenn ich sams­tags mal selbst unter­wegs bin, muss ich ein biss­chen vor­ar­beiten. Einmal ist sogar meine Frau ein­ge­sprungen, weil ich selbst gerade im Sta­dion war.
 
Warum aus­ge­rechnet die Saison 1964/65?
Das war für mich die Spiel­zeit, in der der Grund­stein gelegt wurde für das, was Mön­chen­glad­bach vor allem in den sieb­ziger Jahren und danach aus­ge­macht hat. Mit dem Auf­stieg fängt das an, was nachher die Erfolgs­ge­schichte der Glad­ba­cher wurde.
 
Welche Erfolgs­ge­schichte dürfen wir denn nächstes Jahr live“ ver­folgen?
Das muss ich mir noch über­legen, viel­leicht lasse ich meine Fol­lower abstimmen. Ich denke über die erste Meis­ter­saison aus den Sieb­zi­gern oder die Rele­ga­ti­ons­saison vor drei Jahren nach. Es geht auf jeden Fall weiter.

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Philipp Schneider twit­tert und tickert aus der Ver­gan­gen­heit unter @fohlenhistory.