Axel Kieß­ling, ver­gan­gene Woche sorgte Ihr Fan­klub für Schlag­zeilen, weil er sich die Domain Grundig​-Sta​dion​.de“ vor Bekannt­gabe des neuen Sta­di­on­spon­sors gesi­chert hatte. Wie kam es dazu?
Ein Fan­klub­mit­glied hatte bereits am Mitt­woch über Twitter und den Baye­ri­schen Rund­funk gehört, dass Grundig der neue Sponsor unseres Sta­dions sein würde. Die Domain war aber noch frei, also hat er zuge­griffen.

Über die Web­seite haben Sie danach eine ange­mes­sene Beloh­nung in Form von reich­lich Bier“ ver­langt.
Wir gehören zu den Fans, die den Kampf ums Max-Mor­lock-Sta­dion“ unter­stützen und wollten die Leute von Grundig ein biss­chen ärgern. Es war ein Gag. Mehr nicht.

Wie haben Verein und Sponsor reagiert?
Es haben nicht alle als Scherz gesehen. Noch am Don­nerstag waren die E‑Mail-Accounts einiger Kol­legen voll.

Wer hat Ihnen geschrieben?
Wir bekamen zunächst eine böse Droh-Mail eines Juristen. Dann kamen wir aber mit Leuten von Grundig in Kon­takt, die die ganze Sache ziem­lich gelassen gesehen haben. Sie haben zuge­geben, dass sie an alles gedacht haben – außer an ihre Inter­net­prä­senz. Wir über­legten also gemeinsam, was man machen könnte. Schließ­lich kamen wir auf die Idee mit der Bier­spende.

Die Domain haben Sie Grundig mitt­ler­weile über­geben. Gab es dafür denn nur Bier?
Nein, wir sollen 20 Kästen Bier, einige MP3-Player und ein Jahr lang zehn Pro­zent der Ein­nahmen aus den Sta­di­on­be­sich­ti­gungen erhalten.

Wie teilen Sie diese Geschenke im Fan­klub auf?
Diese Schen­kungen behalten wir nicht selbst. Sie werden in Zusam­men­ar­beit mit dem Klub ver­stei­gert. Die zehn Pro­zent aus den Sta­di­on­be­sich­ti­gungen gehen an den Verein Hilfe für Anja e.V.“., der sich für Kno­chen­mark­spenden ein­setzt. Was wir mit dem Bier machen, wissen wir noch nicht. Es ist ja nicht erlaubt, alko­ho­li­sche Getränke vor dem Sta­dion zu ver­kaufen.

Sie müssen es also wohl oder übel selbst trinken.
Nein. (lacht) Wir wollen dieses Bier – oder die Ein­nahmen daraus – auch spenden.

Sie konnten alle For­de­rungen durch­setzen. Ärgern Sie sich, dass Sie nicht nach Geld gefragt haben?
Nein, gar nicht. Es wurde teil­weise falsch über die Aktion berichtet, wir wirkten in einigen Berichten wie Löse­geld-Erpresser. Wir hatten uns aller­dings gleich nach der Domain-Beset­zung bei der Fan­be­treuung des FCN gemeldet, um sie dar­über auf­zu­klären, dass wir keine Erpresser sind, son­dern uns nur einen kleinen Scherz erlaubt haben.

Sie hätten den Ein­bezug von Max Mor­lock in den Sta­di­on­namen durch­setzen können.
Das wäre natür­lich genial gewesen, aber ich bin nicht naiv. Ich hoffe schlichtweg, dass das Sta­dion eines Tages in Max-Mor­lock-Sta­dion umbe­nannt wird. Bes­ten­falls schon in drei Jahren, wenn der Ver­trag mit Grundig aus­ge­laufen ist.

Haben sich die Fans mit dem neuen Namen abge­funden?
Ein wenig. Bei den meisten Anhän­gern wird es aber ewig das Franken- oder Max-Mor­lock-Sta­dion bleiben.