Deutsch­land | Hei­den­heim | Alb­sta­dion 
3. Liga 
5. Dezember 2010 | 7240 Zuschauer

Und hier kickt mit dem 1. FC Hei­den­heim ein wei­test­ge­hend unbe­kannter Klub, der zuletzt einen erstaun­li­chen Durch­marsch bis in die Dritte Liga aufs Par­kett gelegt hat. Bereits die Hin­fahrt war aben­teu­er­lich: Von Stutt­gart gibt es keine direkte Ver­bin­dung, so bim­melte man mit der Bahn und einmal Umsteigen auf die ver­schneite Alb. Dass das Spiel über­haupt statt­finden konnte, war der Rasen­hei­zung des FCH geschuldet. Das Alb­sta­dion, das mitt­ler­weile wenig vor­teil­haft nach einer Immo­bi­lien-Firma aus Essen heißt, war mit 7200 Zuschauern ordent­lich besucht.

In der ersten Halb­zeit gingen die Gras­fresser gegen den Tabel­len­führer aus Braun­schweig ver­dient in Füh­rung. Danach legten die Braun­schweiger aber einen Zahn zu, spielten ordent­lich ruppig und erzielten noch in Halb­zeit eins den Aus­gleich. Nach einer herz­haften Feu­er­wurst zur Pause, her­un­ter­ge­spült mit zwei mit­tel­präch­tigen Glüh­wein, kippte das Spiel. Braun­schweig domi­nierte im Schnee­treiben, schnell stand es 1:4. Die jungen Ultras auf der Ost­tri­büne beschimpften alle Zuschauer, die das Sta­dion vor­zeitig ver­ließen. Zum Spiel in Offen­bach in der Woche zuvor war man mit drei Bussen und drei­ein­halb Privat-PKWs ange­reist. Der neu­trale Beob­achter freute sich lieber über den pit­to­resken Schnee­film auf der Tor­latte. Heim­spiele in Schwä­bisch-Sibi­rien könnte kein Zucker­bä­cker roman­ti­scher gestalten.