Wieso die Niederlage der Bayern nichts am Saisonverlauf ändern wird

Freu dich nicht zu früh, Bundesliga!

3. Kaum ein Bundesligist hat so viel Ballsicherheit wie Gladbach
Das Positionsspiel ist die wohl größte Stärke, die die Bayern unter Heynckes wiederentdeckt haben. Die Münchener besetzen den Raum gleichmäßiger als unter Carlo Ancelotti, achten vor allem im Spiel gegen den Ball auf die richtigen Abstände. Somit verteidigen die Bayern besser als zu Beginn der Saison, zugleich kommen sie besser ins Gegenpressing. Das ist ein wichtiger Faktor für die hohe Dominanz, die die Bayern unter Heynckes ausstrahlen.

Auch gegen Gladbach funktionierte das Positionsspiel der Bayern, sie kamen gut ins Gegenpressing. Hier zeigte sich die besondere Stärke des Gladbacher Kaders: Sie sind enorm gut darin, sich aus einem aggressiven Pressing zu befreien. Lars Stindl und Raffael fallen immer wieder zurück, um nach Balleroberungen direkt angespielt zu werden. Den Gladbachern gelang es nicht oft, dem hohen Druck der Münchener auszuweichen; doch immer wenn es ihnen gelang, kamen sie vor das Tor. Somit gingen sie schon zur Pause mit 2:0 in Führung.

4. Überwundenes Problem kehrt zurück: Der Flankenfokus
Die Führung der Gladbacher deckte eine Schwachstelle der Bayern auf, die längst überwunden schien: ihre Ungeduld. In der Endphase unter Ancelotti kamen die Bayern nicht in das Zentrum, schlugen Flanke um Flanke. Auch gegen Gladbach war der Weg ins Zentrum versperrt, die Bayern wurden auf die Flügel gedrängt.

Doch statt wie in den vorangegangenen Wochen den Rückpass zu suchen und das Spiel neu aufzubauen, schlugen die Bayern gegen Gladbach Flanke um Flanke in den Strafraum. Dies verstärkte sich noch, als Heynckes Kwasi Okyere Wriedt einwechselte und damit auf ein Zwei-Stürmer-System umstellte. 48 Hereingaben schlugen die Bayern in den Strafraum – Saisonrekord. Nur wenige davon entfachten Torgefahr.

5. Freu dich nicht zu früh, Bundesliga!
Gladbachs Sieg war am Ende verdient. Sie verteidigten leidenschaftlich, schlossen das Zentrum und nutzten ihre wenigen Konterchancen. Daraus lässt sich allerdings kein allgemeiner Trend ableiten. Zum einen kann kaum ein Bundesligateam derart viel Ballsicherheit vorweisen wie Gladbach; andere Bundesligisten wird Bayern wieder über das (auch gegen Gladbach starke) Gegenpressing erdrücken. Zum anderen kann auch kaum ein Team so gut im Raum verteidigen wie die Gladbacher. Im Endeffekt steht diese Partie eher sinnbildlich für die Gladbacher Stärke in dieser Saison und weniger für eine etwaige Münchener Schwäche.