20 Fuß­bälle und ein Mann­schafts­satz Tri­kots. Die erste Ablöse für Cris­tiano Ronaldo ist nur wenig spek­ta­kulär. Im Alter von zehn Jahren wech­selte der kleine Cris­tiano 1995 von seinem Hei­mat­klub Ando­r­inha zu Nacional de Madeira. Im Nach­hinein sieht das natür­lich wie ein lächer­li­cher Preis aus, damals hätte aber nie­mand erwartet, dass er solch eine unglaub­liche Kar­riere macht“, hat Ando­r­inhas dama­liger Prä­si­dent Rui Santos der Gaz­zetta dello Sport“ kürz­lich erzählt.

Ronaldo, der Hei­land

Auch 23 Jahre später gibt es in Ita­lien Men­schen, die den Preis Ronaldos für lächer­lich erachten. Lächer­lich hoch. 112 Mil­lionen Euro Ablö­se­summe, 30 Mil­lionen Euro Net­to­ge­halt – und das alles für einen 33-Jäh­rigen. In Turin aber über­wiegt die Euphorie. End­lich hat der ita­lie­ni­sche Seri­en­meister wieder einen Aus­nah­me­stürmer, den Welt­fuß­baller, eine glo­bale Marke. Der ehe­ma­lige Natio­nal­spieler Chris­tian Vieri nennt Ronaldo einen Lot­to­ge­winn für Juve“, hofft durch die Strahl­kraft des Por­tu­giesen aber auch auf einen Auf­wärts­trend der Liga. Dank ihm wird die Welt wieder auf die Serie A gucken.“

Diese Hoff­nung teilt Vieri mit Fans und Ver­ant­wort­li­chen. Seit Ronaldo – der Bra­si­lianer – 2002 von Inter Mai­land zu Real Madrid gewech­selt ist, hat die ita­lie­ni­sche Liga keinen Fuß­baller mehr mit einer derart glo­balen Wir­kung in ihren Reihen gez­hält. Galt die Serie A in den Neun­ziger Jahren noch als stärkste Liga der Welt und gewannen ihre Klubs in dieser Zeit zwölf Euro­pa­po­kale, waren es seit 2000 nur noch drei. Die Sta­dien sind vie­ler­orts ver­altet und nur zur Hälfte gefüllt, die Natio­nal­mann­schaft hat mit der ver­passten WM-Qua­li­fi­ka­tion einen his­to­ri­schen Tief­punkt erreicht.

Inter­esse aus den USA

Seit Ronaldo da ist, sind die nega­tiven Gedanken einer all­ge­meinen Auf­bruch­stim­mung gewi­chen. Erst­mals haben die 20 Klubs mehr als eine Mil­li­arde Euro in Trans­fers inves­tiert und Anfang August ver­kün­dete die Liga, dass ESPN die Fern­seh­rechte für den US-ame­ri­ka­ni­schen Markt gekauft hat – ein Deal, der ohne den CR7-Transfer wohl nicht zustande gekommen wäre. Wenn Juventus die Saison heute um 18 Uhr bei Chievo Verona eröffnet, werden welt­weit Mil­lionen Fans vor den Bild­schirmen zuschauen.

Neben dem Debüt von Ronaldo werden sie dann aller­dings auch eine Schwei­ge­mi­nute sehen. Das schwere Brü­cken­un­glück in Genua mit mehr als 30 Toten über­schattet den Liga­auf­takt, die Spiele von Sam­pdoria und FC Genau wurden abge­sagt.