62. Minute. Bas Dost wird von Wil­liam Car­valho mus­ter­gültig in Szene gesetzt und trifft aus 18 Metern per Flach­schuss. Es ist Dosts zweites Tor in diesem Liga­spiel gegen Estoril Praia. 42.000 Fans stimmen laut­stark Thun­der­st­ruck“ von AC/DC an, nur beschwören sie nicht Thun-der!“, son­dern Bas-Dost!“ – das wohl­ge­merkt nach erst sechs Ein­sätzen. 

In Wolfs­burg hin­gegen konnte Dost am Ende der letzten Saison froh sein, wenn sein Name über­haupt in der Startelf auf­tauchte. Nach seinem Mit­tel­fuß­bruch Mitte Januar musste Dost knapp drei Monate pau­sieren. Zurück im Team verlor der Natio­nal­spieler zuerst seine bis­he­rige Form, fortan auch das Ver­trauen des Trai­ners.

Als der VfL Wolfs­burg dann um Mario Gomez buhlte, gestand Dost ein, dies spiele bei seinen Über­le­gungen natür­lich eine Rolle. Er wird erster Stürmer sein“. Unge­wöhn­liche, resi­gnie­rende Worte eines Stür­mers, der in der Bun­des­liga bis dato durch Willen und Kampf­geist keinem Zwei­kampf aus dem Weg gegangen war. 

Vom Bank­drü­cker zur Trumpf­karte 

Spor­ting Lis­sabon und Borussia Dort­mund treffen das erste Mal über­haupt auf­ein­ander. Beson­ders für Bas Dost ist die Partie keine gewöhn­liche. Der 27-jäh­rige Nie­der­länder trifft nicht nur auf bekannte Gegen‑, son­dern mit André Schürrle auch auf einen ehe­ma­ligen Wolfs­burger Mit­spieler. Beide kamen unter Trainer Dieter Hecking nur noch selten zum Ein­satz, beide suchten einen Neu­an­fang. Dost fand ihn beim por­tu­gie­si­schen Cham­pions-League-Teil­nehmer Spor­ting Lis­sabon. 

In Lis­sabon scheint sich Dost den ganzen Frust von der Seele zu schießen. In sechs Par­tien traf er fünf Mal, unter anderem mar­kierte er gegen Legia War­schau in der Cham­pions-League den 2:0‑Endstand. Vor allem beein­druckt, wie unbe­küm­mert Dost auf­spielt, musste er sich trotz feh­lender Spiel­praxis von Beginn an den Fuß­stapfen Islam Sli­manis stellen, der nach drei erfolg­rei­chen Jahren bei Spor­ting für 30 Mil­lionen Euro zu Lei­cester City wech­selte. Gegen Dort­mund ist Dost für Trainer Jorge Jesus nicht nur die bis­he­rige Tor­ga­rantie, son­dern laut der Sport­zei­tung A Bola auch Infor­mant“ und Trumpf­karte“.