Weil das von Bert van Mar­wijk trai­nierte Saudi-Ara­bien am Diens­tag­abend über­ra­schend gegen Japan gewann, muss Aus­tra­lien in der WM-Qua­li­fi­ka­tion nun Play-Offs bestreiten. Das ent­behrt nicht einer gewissen Komik, denn um genau das zu ver­meiden, haben die Aus­tra­lier ja gera­dezu darum gebet­telt, den Kon­ti­nen­tal­ver­band Ozea­nien ver­lassen zu dürfen und als Asiaten ein­ge­stuft zu werden.

Das macht zwar geo­gra­fisch, poli­tisch und his­to­risch keinen erkenn­baren Sinn, aber es sollte dem aus­tra­li­schen Fuß­ball helfen. Da näm­lich die Mann­schaften aus Ozea­nien keinen auto­ma­ti­schen Start­platz bei einer WM-End­runde haben, musste Aus­tra­lien, in der Regel die beste Mann­schaft Ozea­niens, früher nicht nur Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiele gegen seine Nach­barn bestreiten, son­dern dann auch noch in der Welt­ge­schichte her­um­gurken und Play-Offs aus­tragen, die man stets verlor, etwa gegen Schott­land, Iran, Uru­guay oder sogar Argen­ti­nien. Und waren die Gegner mal nicht ganz so stark, wie etwa 1969, dann kam Voodoo ins Spiel …

Kein Visum – also Mosambik

In der Qua­li­fi­ka­tion zur Welt­meis­ter­schaft 1970 trafen die Aus­tra­lier auf so manche Teams, die aus poli­ti­schen Gründen keine Gegner fanden. So zum Bei­spiel die Mann­schaft aus Rho­de­sien, dem heu­tigen Sim­babwe. Weil in dem Land zu jener Zeit ein Apart­heid-Regime an der Macht war, wurde die rho­de­si­sche Elf von fast allen afri­ka­ni­schen Ver­bänden boy­kot­tiert (obwohl in ihr Weiße und Schwarze zusam­men­spielten). So ent­schied die FIFA in ihrer Weis­heit, das Team der Ozea­nien-Gruppe zuzu­ordnen. In der vor­letzten Play-Off-Runde, sozu­sagen dem Halb­fi­nale, ging es gegen Aus­tra­lien.

Da die Spieler aus Rho­de­sien keine Visa für Aus­tra­lien bekommen konnten, wurden beide Par­tien in der Stadt Lou­renço Mar­ques in Mosambik aus­ge­tragen. Zwar hatten die Afri­kaner ein paar gute Spieler, etwa Tor­jäger Bobby Chal­mers, den­noch galten sie als Außen­seiter. Sie besaßen so gut wie keine Spiel­praxis, fanden sie wegen des Boy­kotts doch kaum Gegner. Und den­noch trotzten sie den Aus­tra­liern zwei Unent­schieden ab, 1:1 und 0:0. Das lag nicht zuletzt daran, dass der rho­de­si­sche Tor­wart Robin Jordan sen­sa­tio­nelle Leis­tungen zeigte.