Am 27. Januar gab der AS Saint-Éti­enne die Ver­pflich­tung von Mit­tel­feld­mann Anthony Mounier bekannt. Keine zehn Tage später wurde er beim Spiel zwi­schen Ata­lanta Ber­gamo und Cagliari Calcio für das Heim­team ein­ge­wech­selt wurde. Was war pas­siert?

Saint-Éti­enne hatte auf die lang­wie­rige Ver­let­zung von Flü­gel­spieler Ous­sama Tannane reagiert und sich mit Mounier die Dienste eines poten­ziell gleich­wer­tigen Ersatzes gesi­chert. Einen Tag vor der Ankunft des ehe­ma­ligen fran­zö­si­schen Junioren-Natio­nal­spie­lers hängten Ultra-Grup­pie­rungen des Ver­eins rund um das Ver­eins­ge­lände Banner auf.

Ver­gan­gen­heit beim Lokal­ri­valen

Der frei über­setzte Inhalt: Du wirst nie­mals unsere Farben tragen.“ Die Abnei­gung der Fans kommt nicht von unge­fähr, schließ­lich wurde Mounier beim ver­hassten Lokal­ri­valen Olym­pique Lyon aus­ge­bildet und machte dort seine ersten Schritte im Pro­fi­be­reich. Doch auch wenn es immer wieder zu gewalt­samen Über­griffen inner­halb der Fan-Szene der beiden Klubs kommt, ist dies nicht der ein­zige Grund für den Hass. Schließ­lich trugen zuvor bereits 41 Akteure die Tri­kots beider Teams.

Viel schlimmer war es für die Fans, was sich Mounier bei seiner nächsten Sta­tion in Nizza im März 2012 erlaubte. Beim 3:2 Aus­wärts­sieg des OGC Nizza gegen den AS Saint-Éti­enne erzielte der Links­außen einen Dop­pel­pack und fei­erte den Sieg mit laut­starken, hef­tigen Belei­di­gungen gegen Les Vertes“.

Die Folgen der ver­balen Ent­glei­sung

Obwohl Mounier den Vor­fall bei seiner Prä­sen­ta­tion in Saint-Éti­enne als Jugend­sünde her­un­ter­spielte und sich zu einer Dis­kus­sion mit den Anfüh­rern der Ultra-Szene bereit erklärte, um den Vor­fall aus der Welt zu schaffen, wurde es nicht besser. Nach der Unter­schrift des Ver­trags erreichte die Feind­see­lig­keit der Fans ein neues Level. Der Außen­bahn­spieler erhielt Mord­dro­hungen via Telefon und in den sozialen Netz­werken, die so ernst zunehmen waren, dass über einen Poli­zei­schutz zumin­dest nach­ge­dacht wurde.