Seite 2: Keine 18 Saisonspiele im Schnitt

Denn noch in der Reha-Phase ver­pflich­tete der VfB Stutt­gart den Stürmer und hielt ihn so in der Bun­des­liga. Ein risi­ko­rei­cher Transfer für den VfB und seine Ver­ant­wort­li­chen, die von Gin­c­zeks Können über­zeugt waren. Erst gegen Ende des Jahres machte der seine ersten Spiele für die Schwaben.

Beim VfB rollte seine Kar­riere langsam an. So dass Jogi Löw 2015 davon sprach, Gin­czek seit einiger Zeit genauer zu beob­achten“. Er habe einen guten Tor­instinkt, sagte der Bun­des­trainer über ihn. Doch dann kam, was im Alter von 24 Jahren eigent­lich noch nicht kommen sollte: Pro­lapsus nuclei pul­posi. Band­schei­ben­vor­fall.

Gin­czek musste im Hals­wir­bel­be­reich ope­riert werden. Damit war auch diese Saison gelaufen.

Nach vier langen Monaten durfte er wieder ins Trai­ning ein­steigen. Zehn Tage lang ging das gut, da knallte wieder etwas in seinem Knie. Erneut das Kreuz­band. Wieder OP, wieder wochen­lang keine Bewe­gung, wieder Gene­sungs­wün­sche, Mit­leid, die übli­chen Ich-komme-stärker-zurück-Parolen, Auf­bau­trai­ning, Kraft­raum. Die Dia­gnose brachte vor allem eine Sinn­frage als Kol­la­te­ral­schaden mit sich: Soll ich da wirk­lich noch mal durch? Wieder von Null anfangen?

Der Stürmer bejahte, aber fiel quasi das gesamte Jahr aus. Stutt­gart stieg ab. Und der VfB star­tete 2016 genau wie sein Stürmer einen Neu­an­fang in der zweiten Liga. Auch dank Gin­c­zeks Toren gelang der direkte Wie­der­auf­stieg. Nach einer soliden Bun­des­li­ga­saison mit den Stutt­gar­tern sicherte sich der VfL Wolfs­burg 2018 für 14 Mil­lionen Euro seine Dienste. Viel Geld für einen, der für den VfB im Schnitt keine 18 Spiele pro Saison gemacht hatte. Aber wieder ein Ver­trau­ens­be­weis in seine Fähig­keiten.

Wie ein Ibra­hi­movic“

Beim VfL Wolfs­burg kam er in zwei Jahren bis­lang 40 Mal zum Ein­satz. Auch hier blieb er von schweren Ver­let­zungen nicht ver­schont. Wegen einer Rücken­ver­let­zung vor der Saison ver­passte er bei­nahe die gesamte Hin­runde, kam in der Rück­runde meist nicht über die Joker­rolle hinaus. Aber trotz all der Ver­let­zungen und der knapp drei Jahre, die er wegen Ver­let­zungen ver­passt hat, gibt sich Gin­czek betont positiv und glaubt sogar, die ver­lo­rene Zeit noch auf­holen zu können: Es ist beschissen, dass es immer wieder mich trifft“, sagte er wäh­rend seiner letzten Ver­let­zungs­pause Ende 2019. Aber ich hoffe, dass ich es am Ende meiner Kar­riere dran­hängen kann – ähn­lich wie ein Ibra­hi­movic.“

Nun gilt es für Daniel Gin­czek zunächst einmal unfall­frei durch den dicht getak­teten Bun­des­li­ga­be­trieb zu kommen. Die noch aus­ste­henden acht Spiel­tage sollen bis zum 27. Juni aus­ge­spielt werden, für DFB- und Euro­pa­pokal gibt es noch kein Kon­zept. Es warten eng­li­sche Wochen, hohe Belas­tung, wenig Vor­be­rei­tung. Und einen Virus gibt es ja auch noch.