Wie sich das Image des FC Barcelona wandelte

Ein Fall von »Früher war alles besser«?

Aus dem aktuellen Barca-Kader sind Lionel Messi, Sergio Busquets und Sergi Roberto die einzigen Absolventen aus La Masia. Ihr Aufstieg ist schon eine Weile her. Roberto kam im Jahr 2013. Carles Aleñá, der jüngste »Neuzugang«, kam vor einem Jahr. Er hat bis jetzt 20 Spiele gemacht, die meisten davon Kurzeinsätze. Insgesamt kein Vergleich zu früheren Zeiten.

Dazu verhalten sich auch noch die Vorbilder eben dieser Zeiten komplett desillusionierend: Die Legenden Andrés Iniesta und Xavi beendeten ihre Karrieren bei Barca, um in Katar und Japan die ohnehin schon prall gefüllten Taschen noch ein wenig mehr zu strapazieren. Der beste Fußballer der Welt, Lionel Messi, ist verurteilter Steuerhinterzieher. Und so verliert der Good Guy unter den Fußballvereinen sein gutes Image.

Eine tolle Mannschaft, aber...

Es gibt gute Gründe sich auf die kommende Saison zu freuen, auch auf die neue Mannschaft des FC Barcelona, auf einen Angriff der Superlative, Messi, Suárez und Griezmann, dazu eventuell noch Dembélé und Coutinho, vielleicht sogar Neymar. Und selbst, wenn es nur die drei Erstgenannten sind: Das ist schon kein Sturm mehr, das ist ein Orkan, und zwar der stärkste aller Vereine und wohlmöglich auch aller Zeiten. Aus rein sportlichen Gründen kann ich gar nicht wegsehen, wenn die Blaugrana spielen.

Etwas in mir sträubt sich allerdings dagegen, diese Mannschaft zu mögen. Vielleicht ist es eine total verklärte und aus der Zeit gefallene Romantik. Aber würde mein Papa heute aus Barcelona kommen, mit einer kleinen Plastiktüte, und ich griff hinein, um dann ein Trikot mit der Aufschrift »Dembélé« oder »Griezmann« rauszuholen - ich würde vielleicht wieder ausflippen. Aber nicht vor Freude.