Kein Zweifel, der Kan­ter­sieg des BVB gegen den Club hat his­to­ri­sche Aus­maße. So war es Dort­munds höchster Bun­des­li­ga­er­folg seit 1986 und Nürn­bergs höchste Bun­des­li­ga­nie­der­lage seit 1983. Beson­ders begeis­tert zeigten sich viele Beob­achter von der Tat­sache, dass gleich sechs ver­schie­dene Borussen einen Treffer erzielten. Auch ich selbst schickte sogleich eine WhatsApp mit diesem Inhalt in die mir bekannte Welt hinaus. Schließ­lich muss so etwas sehr selten sein. Wie oft schießen Mann­schaften über­haupt sechs Tore? Und wie oft pas­siert es, dass dann keiner der Stürmer zweimal trifft?

Nun, es geschieht öfter, als ich zuerst glaubte. Erst vor wenigen Tagen, näm­lich am Sonntag, trafen sogar sieben ver­schie­dene Young Boys beim 7:1 gegen Basel. Die Berner scheinen echte Experten für solche Akte wahrer Demo­kratie zu sein, denn es ist gerade mal zwei Jahre her, dass es beim 7:2 gegen Lau­sanne eben­falls sieben unter­schied­liche YBB-Tor­schützen gab.

Und auch bei der Borussia selbst liegt das letzte Kunst­stück dieser Art noch gar nicht lange zurück. Als der BVB im Sep­tember 2016 in der Cham­pions League mit 6:0 bei Legia War­schau gewann, hießen die Tor­schützen: Götze, Sokratis, Bartra, Guer­reiro, Castro und Aub­ameyang. Nimmt man die beiden Bun­des­li­ga­spiele hinzu, die vor und nach dieser Partie statt­fanden, dann kam Dort­mund damals sogar auf elf ver­schie­dene Tor­schützen in einer ein­zigen Woche!

Weniger gern erin­nert man sich als Dort­munder natür­lich an die beiden def­tigsten Pleiten der Ver­eins­ge­schichte, das 0:12 gegen Glad­bach 1978 und das 1:11 bei den Bayern 1971. Auch in diesen beiden Spielen gab es jeweils sechs ver­schie­dene Tor­schützen auf­seiten der Gewinner. Man sieht schon, das auf den ersten Blick so beein­dru­ckende Ereignis ist mit­nichten sin­gulär. Auch Wolfs­burg (2000 gegen Köln), Bremen (2006 in Bochum) oder Hertha (2012 als Zweit­li­gist in Sand­hausen) haben das schon geschafft.

Und so sind es natür­lich die Bayern, die mal wieder her­aus­ste­chen müssen. Als sie am 9. Sep­tember 1998 Hansa Ros­tock mit 6:1 aus dem Olym­pia­sta­dion fegten, trugen sich nicht bloß sechs ver­schie­dene FCB-Spieler in die Tor­schüt­zen­liste ein, son­dern sie taten das auch noch in einer ein­zigen Halb­zeit. Effen­berg, Helmer, Liz­a­razu, Zickler, Jancker und Elber trafen damals zwi­schen der 50. und 85. Minute!

Gut, wenn also die gest­rigen Hel­dentat meiner Borussia nicht ganz so ein­zig­artig ist, wie sie zunächst schien, dann ver­su­chen wir es mit was anderem. Gleich drei Spieler – Bruun Larsen, Hakimi und Akanji – erzielten ihr erstes Bun­des­li­gator. So, nun taucht in die Archive und sagt uns, wie selten das ist!