Wie ManCitys China-Tour zum Desaster wurde

Die Nachrichtenagentur ätzt

Dass der eigenwillige City-Coach nach dem 4:1-Sieg über West Ham am vergangenen Mittwoch in Nanjing Hunderte von wartenden chinesischen Fans wort- und grußlos stehen ließ, war auch dem anwesenden Reporter von »Xinhua« nicht entgangen: Als Pep, flankiert von zwei schwergewichtigen Wachleuten, die kreischende Menge passierte, richtete er seinen Blick stur in Richtung Boden, wie die einflussreiche Nachrichtenagentur detailliert schilderte. Kein Autogramm, kein Selfie, keine Regung. Dabei hatten die Fans teils mehrere Tausend Kilometer Anreise durch das riesige Land auf sich genommen.

»Dieser Vorfall für sich genommen, hätte ja noch als einmaliger Ausrutscher gelten können, verursacht durch den Jetlag oder durch das dicht gestaffelte Programm«, schrieb Xinhua. »Doch zum Leidwesen der chinesischen Fans und der Medien sollte sich herausstellen, dass dies nur eines von mehreren Beispielen war für die Respektlosigkeit, die Manchester City während seiner Tour durch China an den Tag gelegt hat.« 

Die Nachrichtenagentur ätzt

Damit nicht genug: »Für den Meister der Premier League war dieser Auftritt in China nichts weiter als eine kommerzielle Verpflichtung«, ätzte die Nachrichtenagentur, »und dieser Mangel an Begeisterung und das irritierende Benehmen gegenüber den Gastgebern vor Ort stand in starkem Kontrast zu den Vertretern an derer Vereine.« Die Wolverhampton Wanderers etwa hätten sich volksnah und freundlich gezeigt – bei gleich mehreren Autogramm- und Foto-Sessions.

Und Manchester City? Am Samstag gastiert der englische Meister zum Abschluss seiner Asien-Tournee in Japan, beim Schwesterklub Yokohama F Marinos, der ebenfalls der »City Football Group« von Klubchef Scheich Mansour gehört. Vielleicht sollten die Herren Stars dort zumindest so tun, als bereite ihnen der Aufenthalt Spaß. Ein paar nette Plaudereien und Selfies mit den Einheimischen können kaum schaden, wenn man diesen schon das Geld aus der Tasche ziehen will.