Januar 2007

Hil­de­brand gibt seinen Abgang vom VfB Stutt­gart zum kom­menden Sommer bekannt und wird als Abzo­cker“ gebrand­markt. Die teils per­sön­liche Kritik setzt dem Tor­hüter zu, er ver­liert drei Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht. Vor allem sein in der Branche umstrit­tener Agent Dusan Bukovac gilt als Kata­ly­sator für den Wechsel. Sicher­lich hatte ich Men­schen um mich herum, die in der Branche nicht gut ange­sehen waren“, erklärte Hil­de­brand später der Sport­Bild“.

März 2007

Trotz des enormen Image­scha­dens ent­wi­ckelt sich Hil­de­brand zu einem echten Rück­halt der Stutt­garter. Im Zuge seiner starken Rück­runde bekommt er immer mehr Für­spre­cher, die ihn in der Natio­nal­mann­schaft als legi­timen Nach­folger von Jens Leh­mann sehen.

Juli 2007

Hil­de­brand ver­ab­schiedet sich vom VfB Stutt­gart, bei dem er seit seinem 16. Lebens­jahr gespielt hatte, mit dem Meis­ter­titel. In Erin­ne­rung bleibt vielen sein unglaub­li­cher Reflex am vor­letzten Spieltag, als er aus kür­zester Distanz einen Schuss von Chris­toph Dabrowski abwehrt und damit dem VfB den 3:2‑Sieg rettet. Heute sagt er: Ich hätte Stutt­gart nie ver­lassen dürfen.“ Er wech­selt zum FC Valencia.

August 2007

Beim Klub in Valencia tobt ein erbit­terter Macht­kampf zwi­schen Manager Amadeo Car­boni und Trainer Quique San­chez Flores. Manager Car­boni, der sich für eine Ver­pflich­tung Hil­de­brands ein­ge­setzt hatte, ver­liert an Ein­fluss. Im Tor des spa­ni­schen Erst­li­gisten steht nicht Hil­de­brand, son­dern San­tiago Cani­zares.

Januar 2008

Bei den gele­gent­li­chen Ein­sätzen sieht sich Hil­de­brand har­scher Kritik aus­ge­setzt. Nach einem Fehler beim 01 gegen Atle­tico Madrid spottet die Sport­zei­tung As“: Am Ende ist er eher ein eng­li­scher Tor­wart als ein deut­scher.“

Februar 2008

Doch dann scheint Hil­de­brand der Durch­bruch zu gelingen, im spa­ni­schen Pokal­halb­fi­nale wird er zum Match­winner. Beim 1:1 im Rück­spiel gegen Bar­ce­lona lie­fert der Deut­sche eine über­ra­gende Leis­tung ab und ver­dient sich damit gehö­rigen Anteil am spä­teren Pokal­sieg. Mit 14 Glanz­pa­raden setzt er sich an die Spitze der dafür bei der Zei­tung Marca“ ein­ge­rich­teten Sta­tistik. Auch in der Bun­des­liga hält Hil­de­brand wei­terhin einen Rekord: Zwi­schen 2003 und 2004 blieb er 884 Minuten in Folge ohne Gegentor.

Mai 2008

Per Telefon teilt der Tor­wart­trainer der Natio­nal­mann­schaft, Andreas Köpke, dem Keeper mit, dass dieser für die Euro­pa­meis­ter­schaft nicht nomi­niert werde. Hil­de­brand beendet das Gespräch nach nur einer Minute. Öffent­lich kri­ti­siert er, dass Natio­nal­trainer Löw ihm die Ent­schei­dung nicht per­sön­lich mit­ge­teilt habe: Das werte ich als feh­lenden Respekt mir gegen­über.“

Oktober 2008

Bun­des­trainer Joa­chim Löw, Tor­wart­trainer Andreas Köpke und Hil­de­brand spre­chen sich aus. Nach dem 90-minü­tigen Gespräch in Frank­furt sagen die Betei­ligten, dass nun alles auf­ge­ar­beitet sei. Beim FC Valencia ver­drängt Neu­ein­kauf Renan Brito den Ex-Stutt­garter aus dem Tor. Hil­de­brand muss zunächst auf der Bank, dann gar auf der Tri­büne Platz nehmen.

November 2008

Valencia erteilt Hil­de­brand die Frei­gabe, am Jah­res­ende ablö­se­frei zu wech­seln. Hof­fen­heim, Köln und Dort­mund gehören zu den Inter­es­senten. Hil­de­brand gibt der­weil die Tren­nung von seinem Agenten Dusan Bukovac bekannt und wech­selt zur Agentur von Marcus Höfl, der auch Franz Becken­bauer berät. Der Bera­ter­wechsel wird nicht unwichtig für die wei­tere Kar­rie­re­pla­nung. Damit hat Timo gezeigt, dass er etwas ändern will“, sagt Hof­fen­heims Manager Jan Schin­del­meiser.

Dezember 2008

Hil­de­brand wech­selt zur TSG Hof­fen­heim. Seine Bilanz in Valencia: ledig­lich 26 Spiele in ein­ein­halb Jahren, aber immerhin der Pokal­sieg steht zu Buche. Er erlebt beim spa­ni­schen Klub in seiner kurzen Zeit vier Trainer und zwei Manager.

Januar 2009

Gespräch mit der Sport Bild“. Erste Frage: Herr Hil­de­brand, wir sitzen in Stutt­gart, im Restau­rant Amici. Hier haben Sie im Mai 2007 die Meis­ter­schaft mit dem VfB gefeiert. Dann wech­selten Sie nach Valencia. Und der Alb­traum begann.“ Ein Gesprächs­ein­stieg, auf den später noch zurück­ge­griffen werden sollte.

März 2010

Hil­de­brand übt Kritik an seinen Mit­spie­lern – öffent­lich und intern. Auch die Klub­füh­rung bekommt ihr Fett weg: Man muss mehr inves­tieren, wenn man Erfolg haben will.“ Mit Kol­legen, die Trai­nings­ein­heiten ver­schlafen, geht er hart ins Gericht. Später wird er ein­räumen, sich dabei auch mal im Ton ver­griffen zu haben. Das Ver­hältnis zu Trainer Ralf Rang­nick, der ihn in Stutt­gart geför­dert hatte, bekommt nach­hal­tige Risse.

April 2010

Trainer Ralf Rang­nick und Manager Jan Schin­del­meiser teilen Hil­de­brands Berater, mitt­ler­weile Roman Grill, mit, dass sie nicht mehr mit Hil­de­brand planen.

August 2010

Hil­de­brand hält sich beim Regio­nal­li­gisten Stutt­garter Kickers fit. Ein Angebot des Bun­des­liga-Auf­stei­gers FC St. Pauli schlägt er aus. Statt­dessen wech­selt er nach Por­tugal zu Spor­ting Lis­sabon. Auch dort kommt er nicht zum Zug und kün­digt an, seinen Ver­trag zum Sai­son­ende nicht ver­län­gern zu wollen.

Juli 2011

Hil­de­brand ist arbeitslos. Die Sport Bild“ bittet zum Gespräch, der Ein­stieg kommt bekannt vor. Herr Hil­de­brand, wir sitzen hier im Stutt­garter Restau­rant Amici. Hier fei­erten Sie 2007 die Meis­ter­schaft mit dem VfB…“

November 2011

Hil­de­brand wird mitt­ler­weile von Jörg Neb­lung beraten. Nach Trai­nings­wo­chen bei Man­chester City und Ein­tracht Frank­furt landet er beim FC Schalke 04 als dritter Tor­hüter. Im Gespräch mit der Sport­Bild“ ver­kündet er: Mein Ziel ist es, die Nummer eins zu werden.“ Wenigs­tens findet das Inter­view nicht im Stutt­garter Amici statt, wo Hil­de­brand 2007 die Meis­ter­schaft mit dem VfB fei­erte.