Seite 4: „Ich bin jedenfalls nicht hergekommen, um wieder wegzugehen“

Nach dem Aus in der Europa-League-Qua­li­fi­ka­tion gegen den FC Basel haben Sie nach zwei erfolg­rei­chen Jahren auf inter­na­tio­nalem Par­kett nun Zeit, in Ruhe eine neues Frank­furter Team zu ent­wi­ckeln. Emp­finden Sie das als Luxus oder fehlt Ihnen der Euro­pacup?

Natür­lich wollten wir uns fürs inter­na­tio­nale Geschäft qua­li­fi­zieren. Die Erleb­nisse dort haben schließ­lich sehr viel Spaß gemacht. Aller­dings müssen wir uns fragen, ob wir als Verein so gefes­tigt sind, dass wir jedes Jahr einen inter­na­tio­nalen Wett­be­werb anpeilen können. Ich glaube näm­lich, soweit sind wir noch nicht. Inso­fern ist es nicht schlecht, jetzt ein Jahr lang die Mann­schaft mit Bedacht wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, um ins­ge­samt ein höheres Level zu errei­chen. Was aber nicht heißt, dass wir im nächsten Jahr auto­ma­tisch inter­na­tional dabei sind. Um diese Plätze kämpfen in der Bun­des­liga inzwi­schen 12,13 Ver­eine.

Ihre Trai­ner­lauf­bahn kenn­zeichnet, dass Sie nach einer gewissen Zeit stets nach neuen Her­aus­for­de­rungen suchen.

Sie haben Recht. Aber mir liegt auch daran, Dinge vor­an­zu­bringen. Kon­ti­nuität macht auch Spaß. Ich fühle mich jeden­falls mit den han­delnden Per­sonen in Frank­furt sehr wohl und wenn ich raus­schaue (deutet aus dem Fenster ins Rund des Sta­dions) frage ich mich schon: Wo soll es noch viel besser sein?“

Sie haben Ihren Ver­trag in Frank­furt im Sommer bis 2023 ver­län­gert. Sie wollen hier noch etwas errei­chen.

Ich bin jeden­falls nicht her­ge­kommen, um wieder weg­zu­gehen. Ich kann auch von Glück sagen, dass ich die Anfangs­zeit hier über­haupt über­lebt habe. Hätte ich damals noch drei Spiele ver­loren, wäre ich längst wieder in der Schweiz oder Öster­reich und die Leute würden sagen: Ach, der Hütter, der war auch mal da.“ Ich will beweisen, dass ich mich hier über Jahre durch­setzen kann!