Seite 2: „Dann bekommen wir ein existenzielles Problem“

In nor­malen Zeiten ist der Sonntag der Haupt­kampftag der Redak­tion. Abends um halb zwölf werden die Druck­ma­schinen ange­schmissen; vier Stunden zuvor sind von den 48 Seiten oft noch 40 offen. Das ist jetzt anders. Bis zu 80 Pro­zent der neuen Aus­gabe können schon unter der Woche pro­du­ziert werden.

Die Pan­demie zehrt, und das im Wort­sinn. Die FuWo hat ihren Umfang auf 24 Seiten hal­biert. Die kriegen wir voll“, sagt Bläsig. Es ist auch nicht ganz so schwierig, wie es anfangs schien.“ Neben einem ABC der Ber­liner Ver­eine gibt es jetzt immer ein Por­trät einer Ber­liner Fuß­ball­le­gende, und ab April wird in jeder Aus­gabe der Nach­druck von vier Seiten aus dem FuWo-Archiv erscheinen.

Für ein paar Wochen, also die übliche Dauer einer Win­ter­pause, wird die Fuß­ball-Woche“ auf diese Weise über­leben können. Aber was, wenn es Monate dauert, wenn tat­säch­lich bis Ende des Jahres kein Fuß­ball gespielt werden kann? Dann bekommen wir ein exis­ten­zi­elles Pro­blem“, fürchtet Chef­re­dak­teur Bläsig.

Viele Leser spenden

Geschäfts­führer Hüls­mann hofft, dass der Verlag als Kleinst­un­ter­nehmen Anspruch auf die Sofort­hilfe des Bundes hat und sogar für die Maxi­mal­för­de­rung (9000 Euro für drei Monate) in Frage kommt. Zudem hat er für die beiden fest­an­ge­stellten Redak­teure Kurz­ar­beit ange­zeigt. Und in der kom­menden Aus­gabe wird es einen Spen­den­aufruf in eigener Sache geben.

Gerade in der Krise erweist sich die Treue der Leser­schaft als großer Segen. Auf sein Edi­to­rial habe er sehr viel Zuspruch und Auf­mun­te­rung erhalten, berichtet Horst Bläsig. Ein Leser hat ihm geschrieben, dass er künftig ein­fach noch eine zweite FuWo kaufen werde. Und Geschäfts­führer Hüls­mann hat beim Blick aufs Geschäfts­konto fest­ge­stellt, dass auch ohne Auf­for­de­rung schon einige Spenden ein­ge­gangen sind. Das ist super lieb und hilft natür­lich“, sagt er. Wir wollen auf jeden Fall weiter erscheinen.“ Denn eins weiß Heiko Hüls­mann schon jetzt: Wenn wir den Platz in den Regalen einmal her­ge­geben haben, werden wir ihn nie mehr zurück­be­kommen.“