Als ich Guus im Jahr 2000 das erste Mal traf, war ich gerade dabei, die erste Aus­gabe eines neuen monat­li­chen Fuß­ball­ma­gazin zu pro­du­zieren. Es hieß Johan“, und es kur­sierten bereits einige Gerüchte über die Machart. Im Gegen­satz zur kon­ven­tio­nellen Fuß­ball­be­richt­erstat­tung ver­folgten wir einen nost­al­gi­schen und künst­le­ri­schen Ansatz. Auch Guus bekam das mit, und so rief er mich eines Tages an.

Komm doch mal vorbei und sieh, was ich hier habe“, sagte er damals. Also besuchte ich ihn und war mächtig beein­druckt. Er saß auf einem rie­sigen Schatz von wun­der­schönen Sport- und Gesell­schafts­fo­to­gra­fien der fünf­ziger bis in die frühen acht­ziger Jahre. Mir wurde ganz warm ums Herz, und ich ahnte, dass Guus in Johan“ eine Wie­der­ge­burt erleben könnte.

Foto­grafie eines RAF-Schuss­wech­sels

Zu diesem Zeit­punkt hatte Guus seine Hoch­phase eigent­lich schon hinter sich. Seine Arbeiten waren vor allem in den sech­ziger und sieb­ziger Jahren gefragt, er schoss damals Bilder für die Nieuwe Revu“, Pan­orama“ oder De Tele­graaf“. 1978 ging sein Foto von einem Schuss­wechsel zwi­schen der Polizei und den RAF-Mit­glie­dern Christof Wacker­nagel und Gert Schneider um die Welt. Später bekam er dafür die Sil­berne Kamera.

Doch er liebte auch den Fuß­ball. Beson­ders die großen Stars, die er oft in ein neues, inti­meres Licht setzte als die bis­he­rige Sport­fo­to­grafie. Er hatte sie alle vor der Linse: Pelé, Eusébio, Bobby Charlton oder Alfredo Di Ste­fano. Und natür­lich Johan Cruyff. Guus ver­glich ihn einmal mit dem nie­der­län­di­schen Kaba­ret­tisten Toon Her­mans: Die Kamera war für ihn gemacht. Guus ver­ehrte ihn.

Das gemein­same Buch: ein Desaster

Im Jahr 2003 brachten wir einen Foto­band über Cruyff heraus, für den ich die Texte schrieb: Johan Cruyff De Aja­cied“. Wir waren voller Enthu­si­asmus, doch das Buch wurde ein Desaster. Guus rea­li­sierte erst kurz vor Druck­ab­gabe, dass er vor vielen Jahren schon alle seine Farb­fo­to­gra­fien an den Sup­por­ters Club von Ajax Ams­terdam ver­kauft hatte und nun keine Rechte mehr an den Bil­dern besaß.

Also ent­schied er kur­zer­hand, dass wir aus­schließ­lich mit Schwarz­weiß­fotos arbeiten. Ich musste nun inner­halb von zwei Tagen einen Berg an Bil­dern beschaffen. Der Verlag war natür­lich nicht son­der­lich begeis­tert, schließ­lich hatten wir uns alle auf einen epo­chalen Farb­bild­band gefreut.