HIN­WEIS: Dies ist nur ein kurzer Auszug aus der Heft­re­por­tage über Heimir Hall­grimsson. Die gesamte Repor­tage lesen Sie im Heft #185.

Die oberste Etage im Haus von Heimir Hall­grimsson besteht aus nur einem Zimmer. Über Hei­maey hinweg, eine Insel vor der Süd­küste Islands, blickt der islän­di­sche Natio­nal­trainer von hier auf alle vier Seiten, auf drei Seiten sogar durch große Pan­ora­mascheiben. Nor­ma­ler­weise sieht er den Hafen für die Fische­rei­flotte und den Fähr­an­leger, die Wohn­häuser für die 4300 Ein­wohner von Vest­man­nae­yjar, und unüber­sehbar sind natür­lich die beiden Vul­kane Eld­fell und Hel­ga­fell. Doch im Moment ist fast nichts zu erkennen. Mit 30 Metern in der Sekunde rasen Sturm­böen über die Insel und peit­schen Regen­tropfen gegen die Fenster, an denen das Wasser in Strömen her­un­ter­fließt. Wie ein wütendes Raub­tier heult der Sturm und zerrt so an dem Aus­guck­raum, dass man glaubt, die Scheiben könnten im nächsten Moment bersten.

Das ist der bis­lang hef­tigste Sturm des Win­ters“, sagt Hall­grimsson, ohne son­der­lich beein­druckt zu wirken. Offi­ziell herrscht Sturm­war­nung, der Fähr­ver­kehr ist ein­ge­stellt und die letzte Pro­pel­ler­ma­schine hat mor­gens um acht Uhr die Insel ver­lassen. Die Leute sollen jetzt nicht mehr vor die Tür gehen, und wer es den­noch tut, muss auf­passen, nicht ein­fach umge­blasen zu werden. Etwas bedroh­lich ist das schon, aber viel­leicht ist es gerade richtig, den Natio­nal­trainer an einem solch dra­ma­ti­schen Tag zu besu­chen. Denn so ist schnell zu begreifen, was das für ein Ort ist, der den Mann hinter dem islän­di­schen Fuß­ball­wunder geformt hat. Und warum dieses Wunder noch lange nicht am Ende sein soll.


Schon sein Groß­vater knüpfte Fischer­netze

Hei­maey ist selbst für islän­di­sche Ver­hält­nisse ein extremer Ort, und am 23. Januar 1973 geriet er in höchste Gefahr. Damals brach sich eine Kraft Bahn, die noch um ein Viel­fa­ches größer war als der hef­tigste Sturm. Ich weiß noch genau, wie der Berg brannte“, erzählt Hall­grimsson. Nur war kein Feuer aus­ge­bro­chen, son­dern der Vulkan Eld­fell. Fünf Jahre alt war er und musste nachts mit den anderen zum Hafen fliehen. Zum Glück lagen dort alle Fische­rei­boote, so konnten die fünf­tau­send Ein­wohner inner­halb von drei Stunden eva­ku­iert werden.

Heimir saß dabei mit seiner Mutter auf einem Fang­netz – ver­mut­lich einem, das sein Vater gemacht hatte. Schon sein Groß­vater knüpfte Netze für die Fischer von Vest­man­nae­yjar, sein Vater führte das Unter­nehmen weiter und heute seine beiden älteren Brüder. Als ihm auf der Flucht vor dem Vul­kan­aus­bruch ein Stück Asche ins Auge flog, begann Heimir zu weinen. Außerdem stank es nach Fisch, und als sie auf dem Meer waren, wurde nicht nur er see­krank. Alle haben sich über­geben, es war ein fürch­ter­li­cher Tag.“ Doch mit diesem fürch­ter­li­chen Tag war die Probe für die Insu­laner noch lange nicht vorbei. 

Die gesamte Repor­tage lesen Sie in der aktu­ellen Aus­gabe der 11FREUNDE #185. Außerdem im neuen Heft: Chris­tian Fuchs, Julian Weigl, SV Meppen und Bayern Mün­chens letzte Nullen. 11FREUNDE #185 – jetzt überall im Handel oder als digi­tale Ver­sion hier: