Markus Merk – sicher ent­scheiden; so heißt es auf der Home­page des Schieds­rich­ters. Das ist dem drei­ma­ligen Welt­schieds­richter am Samstag im Bremer Weser­sta­dion aller­dings nicht so gut gelungen. Beim 1:0 der Bremer hatten viele im Sta­dion gedacht, dass sich Markus Rosen­berg bei seinem Hackentrick im Abseits befand – den Schützen des Tores ein­ge­schlossen. Markus Merk aber ver­ließ sich auf seinen Assis­tenten Markus Win­gen­bach und gab das Tor. Nur wenige Sekunden später stellte sich diese Ent­schei­dung für jeden der 42 100 im Sta­dion als Fehl­ent­schei­dung heraus – diesmal alle, auch Merk, ein­ge­schlossen. Auf der Video­lein­wand war der Regel­ver­stoß klar zu erkennen, doch nach den Sta­tuten des DFB hatte Merk eine Tat­sa­chen­ent­schei­dung gefällt, die nicht revi­dierbar ist.

Es ist relativ müßig, dar­über zu debat­tieren, ob die Bilder hätten gezeigt werden dürfen. Die Ant­wort lautet Nein, doch was soll das noch helfen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist? Loh­nender ist hin­gegen die Frage, ob es nicht end­lich an der Zeit ist, den Schieds­rich­tern wenigs­tens soweit unter die Arme zu greifen, dass sie nicht mehr als die letzten Idioten dastehen. Sicher­lich hätte Merk auf den Blick zur Lein­wand ver­zichten und sich stur wie ein Klein­kind stellen können, die Reak­tion der Zuschauer und ganz sicher die des Dort­munder Trai­ners Thomas Doll hätte ihm das Ergebnis letzt­lich doch mit­ge­teilt. Merk bezeich­nete die Situa­tion später als den schlimmsten Moment meiner fast 20-jäh­rigen Kar­riere.„ Damit meinte er nicht die Ent­schei­dung selbst, son­dern die Tat­sache, dass er keine Mög­lich­keit besaß, seinen Fehler zu revi­dieren.

Für den 45-jäh­rigen ein Grund, seine For­de­rung nach dem Video­be­weis zu erneuern – womit er sich bei den Kol­legen kaum Freunde macht. Der DFB wird sich darauf nicht ein­lassen und ver­weist dabei auf die Zustän­dig­keit der FIFA. Immerhin könnte man in Frank­furt aber einmal dar­über nach­denken, ob man dann über­haupt noch Spiel­szenen in den Sta­dien zeigen kann ohne auch noch dem Regis­seur einen fünften Schieds­richter zur Seite zu stellen, der ent­scheidet, ob eine Spiel­szene strittig oder unstrittig ist.

Viel­leicht wäre es dann aber ein­fach, kurz Abseits“ zu hau­chen – die Head­sets wären näm­lich schon vor­handen.