Wie die FIFA abermals das Regelwerk ändern will

Kommt jetzt die ReinRauswechslung?

Dem Fußball winkt eine weitere einschneidende Regeländerung. Aber diesmal gibt es wenig zu meckern, denn diese Änderung ergibt Sinn. Sie kann sogar Leben retten.

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Es könnte mal wieder alles ein bisschen anders werden in unserem schönen Fußballsport. Nach VAR, Torlinientechnik, geänderten Elfmeter- und Abstoßregeln und vielem mehr bringt der Weltverband FIFA gerade die nächste einschneidende Veränderung des Spiels auf den Weg. Und, nun ja, wie soll man es formulieren? Die aktuell geplante Regeländerung ist gar nicht sooo schlecht, denn sie macht das Spiel a) gerechter und b) erheblich sicherer.

Wie das englischsprachige Magazin »The Athletic« und der britische »Telegraph« übereinstimmend berichten, soll bereits im Oktober der ReinRauswechselspieler beschlossen werden. Im Klartext: Ein Spieler soll zwischenzeitlich für einen verletzten Kollegen eingewechselt werden dürfen, um dann (nach zehn Minuten) eventuell wieder zurück auf die Bank zu wandern. Allerdings ist diese Möglichkeit nur für besondere Fälle vorgesehen: wenn nämlich ein begründeter Verdacht auf eine Kopfverletzung bei einem Spieler vorliegt.

Mediziner warnen vor möglichen Todesfällen

Diese von einer Expertenkommission empfohlene Maßnahme soll gewährleisten, dass betroffene Spieler (etwa nach einem Ellbogencheck gegen den Kopf) in der gebotenen Ausführlichkeit auf Symptome einer Gehirnerschütterung oder eines Schädel(basis)bruchs untersucht werden können. Mediziner warnen nämlich schon lange vor möglichen Todesfällen, sollte ein Spieler mit einer schweren Kopfverletzung weiterspielen und abermals schwer gerammt werden.

Fälle wie jener des Christoph Kramer, der im Weltmeisterschafts-Finale 2014 nach kurzer Behandlung reichlich selbstvergessen wieder ins Spielgeschehen eingriff (und letztlich doch wegen einer beträchtlichen Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste), sollen so künftig ausgeschlossen werden. Laut Final-Referee Nicola Rizzoli (Italien) hatte Kramer den Unparteiischen während der Partie gefragt: „Schiri, ist das hier das Finale?“

Mit der geplanten Regeländerung will die FIFA den Fußball auf den sicherheitstechnischen Stand des American Football und des Rugbysports bringen. Dort zählen entsprechende Behandlungspausen (mit Einwechselmöglichkeit) schon seit Längerem zum fixen Prozedere. Im Falle des Fußballs müssen jedoch erst die strengen Regelhüter des allmächtigen International Football Association Board (IFAB) auf ihrer nächsten turnusmäßigen Tagung am 23. Oktober ihre Zustimmung geben.