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3. Liga

Seite 2: "War ja keine schöne Zeit in Hannover"

Als 22-Jäh­riger fei­erte er seinen Durch­bruch als Profi 2009 in der Nach­bar­schaft bei Rot-Weiß Ober­hausen, damals noch ein Klub der 2. Bun­des­liga. Anschlie­ßend wagte er den Sprung zu Han­nover 96, auch eine Etage höher war er auf der rechten Außen­po­si­tion Stamm­spieler – bis sein Außen­band riss. Knapp drei Monate fiel er aus, in der rest­li­chen Saison kam er nur noch zu Kurz­ein­sätzen. Ein Mus­kel­fa­ser­riss im zweiten Jahr war mit­ver­ant­wort­lich dafür, dass er sich in Han­nover nicht durch­setzte. Zudem ver­binden ihn unschöne Erin­ne­rungen mit Han­nover: 2012 schlugen ihn drei Dis­ko­be­su­cher mit einer Fla­sche zu Boden, die Wunde musste genäht werden. Es war ja keine schöne Zeit in Han­nover, wo ich aus­ge­pfiffen und auf der Straße oft belei­digt wurde“, sagte Stop­pel­kamp nach seinem Wun­dertor 2014 gegen 96. Der Treffer sei daher eine per­sön­liche Genug­tuung gewesen. 

Auf seinen Abschied in Han­nover folgte 1860 Mün­chen. Von 67 Zweit­li­ga­spielen absol­vierte der drib­bel­starke Außen­spieler 65 von Beginn an. In seinem zweiten Jahr gelangen Stop­pel­kamp 19 Tor­be­tei­li­gungen. Logisch, dass seine Leis­tungen erneutes Inter­esse aus der Bun­des­liga her­vor­riefen. Pader­born ließ sich Stop­pel­kamps Ver­pflich­tung 700.000 Euro kosten. Vor dem Pader­borner Sta­dion erin­nert noch heute die Stop­pel­kamp-Allee an den frü­heren Spieler des Sport-Clubs und sein 82-Meter-Tor.

Dietz, Grlić, Stop­pel­kamp

Doch nicht nur dieses Tor brachte dem dribbel- und abschluss­starken Flü­gel­spieler in Pader­born end­lich die ver­diente Wert­schät­zung. André Brei­ten­reiter, damals Trainer in Pader­born, adelte Stop­pel­kamp 2014 als unver­zicht­baren Spieler. Er bringt über­ra­gende Leis­tungen, er ist nach Han­nover unglaub­lich gereift. Man sieht, dass er die Qua­lität in unserem Kader deut­lich hebt“, sagte Brei­ten­reiter damals. Oder wie es Stop­pel­kamps frü­herer Team­kol­lege in Duis­burg, Sinan Kar­weina, mal for­mu­lierte: „‚Stoppel‘ ist für uns wie Cris­tiano Ronaldo für Por­tugal.“

Nach zwei Abstiegen in Folge kam Stop­pel­kamp 2016 zum Karls­ruher SC, ehe er nach einem Abstieg aus der 2. Bun­des­liga 2017 in seine Heimat Duis­burg zurück­kehrte – und sess­haft wurde, trotz erneutem Abstieg 2019. Seine Kar­riere ist durch ins­ge­samt vier Abstiege, Ver­let­zungen und nicht aus­ge­schöpftes Poten­tial mit viel Pech ver­bunden. Doch in Duis­burg, in der 3. Liga, hat Stop­pel­kamp seinen Platz gefunden. Hier ist er Kapitän, Publi­kums­lieb­ling und der unum­strit­tene Leis­tungs­träger im Offen­siv­spiel. Bern­hard Dietz, Bachirou Salou oder Ivica Grlić heißen die Legenden aus erfolg­rei­cheren Mei­de­ri­cher Zeiten. Das Duis­burger Zeit­alter zwi­schen zweiter und dritter Liga dagegen ist untrennbar mit Moritz Stop­pel­kamp ver­bunden. Und wie Dietz, Salou oder Grlić ist auch Stop­pel­kamp mit seinem 82-Meter-Tor in die Geschichts­bü­cher der Bun­des­liga ein­ge­gangen.