Wie Claudio Bravo chilenischen Waldbrandopfern hilft

Der gute Mensch von Manchester

Sportlich ist es um Claudio Bravo, Manchester Citys Ersatztorwart, ruhig geworden. In Chile ist er in aller Munde, weil er humanitäre Hilfe für notleidende Familien leistet.

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Claudio Bravo, soviel ist klar, kennt in Chile jedes Kind. Kein Wunder, ist er doch Rekordnationalspieler der »La Roja«, zweimaliger Sieger der Copa América, Champions-League-Sieger und spanischer Meister mit dem FC Barcelona sowie englischer Meister mit Manchester City.

Helfer in der Not

In einem Land wie Chile, in dem die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinandergeht,  gehört Bravo logischerweise zu den oberen Zehntausend. Was wiederum nicht zu bedeuten hat, dass er nicht wüsste, wo er herkommt. So berichtete jetzt die Familie Millanguir aus Santa Olga der chilenischen Zeitung »La Cuarta«, wie Claudio Bravo als Spender auf sie zugekommen sei.

Als dort 2017 die Waldbrände tobten und die Familie alles verlor, erzählte der neunjährige Camilo Millanguir in einem Interview, dass er sich über ein Trikot Bravos freuen würde. Der Torwart las das Interview und stiftete, neben dem Trikot, auch noch eben den Wiederaufbau des zerstörten Hauses. Eine Einladung zum Länderspiel in die Hauptstadt Santiago gab es obendrauf.

Da der staatliche Wiederaufbau gerne mal etwas länger dauert, kam Bravos Aufbauhilfe auch noch weiteren Familien zugute. Bravos Frau, Carla Pardo, stattete dem Dorf mitsamt ihrer Kinder sogar einen Besuch ab, um sich selbst ein Bild der Zerstörung zu machen. Claudios einziger Wunsch: Er würde gerne anonym bleiben, um medial nicht allzu präsent zu sein.

Ende der Leidenszeit

Da Claudio Bravo aufgrund einer Verletzung an der Achillesferse fast die gesamte letzte Saison, inklusive der Copa América 2019, verpasste, jetzt aber wieder voll im Saft steht, richten sich die Augen der Bewohner von Santa Olga am Sonntag also gen London.  Dort findet der englische Supercup, der »Community Shield«, statt. Weil Citys Nummer 1, Ederson, wegen der Copa erst verspätet ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, besteht die Hoffnung, dass Bravo sein Comeback nach einjähriger Pause geben könnte. 

Immerhin: Sein letztes Pflichtspiel war der »Community Shield« - 2018.