Das Presse-Echo ist ver­nich­tend. Von einem ver­waisten Bar­ce­lona, dass nun end­gültig in die Krise tau­melt“ ist dort zu lesen. Der FC Bar­ce­lona sei ein Klub von alar­mie­render See­len­lo­sig­keit“.

Einen Tag zuvor wird Barca im spa­ni­schen Supercup von Real Madrid regel­recht demon­tiert. Im Camp Nou gewinnen die Madri­lenen mit 3:0,darauf folgt ein 2:1 im Rück­spiel, obwohl Ronaldo und Bale nicht mit­wirken. 

Doch das ist kei­nes­wegs das größte Pro­blem der Kata­lanen. Noch immer sitzt der Schock des Neymar-Abgangs tief, noch immer ist kein Nach­folger gefunden. Cou­t­inho streikt bei Liver­pool nach Kräften, doch der Klub stellt sich quer. Auch Ous­mane Dem­bele würde Barca gern unter Ver­trag nehmen, doch der BVB, um die Neymar-Mil­lionen wis­send, ist ein zäher Ver­hand­lungs­partner. 

Paul­inho statt Neymar 

Wäh­rend die Fans sehn­süchtig auf den Neymar-Nach­folger warten, prä­sen­tiert der FC Bar­ce­lona kurze Zeit später Paul­inho. Der bra­si­lia­ni­sche Natio­nal­spieler ist 28 Jahre alt, hatte zuletzt zwei Jahre in China ver­bracht und kostet 40 Mil­lionen Euro. Bevor er auch nur eine Minute gespielt hat wird er von den Fans des Klubs als Fehl­ein­kauf abge­stem­pelt. Wenig später kur­sieren Mel­dungen dar­über, dass Klub­chef Bar­tomeu durch den Deal per­sön­liche Vor­teile genießen soll.

Als dann kurz vor Ende der Trans­fer­phase Borussia Dort­mund mit­hilfe von 110 Mil­lionen Euro doch noch dazu bewogen wird, seinen bockenden Jung­profi ziehen zu lassen, ver­letzt sich Dem­béle bevor er richtig ange­kommen ist. Und mit­ten­drin Lionel Messi, um dessen Ver­trags­ver­län­ge­rung mona­te­lang Unklar­heit herrscht. Im Sommer 2017 kann man als Barca-Anhänger so pes­si­mis­tisch sein wie lange nicht.

Real bricht ein, Barca mar­schiert

Doch relativ bald stellt sich heraus, dass Real Madrid die fan­tas­ti­schen Supercup-Auf­tritte in der Liga nicht wie­der­holen kann. Bar­ce­lona hin­gegen sam­melt einen Dreier nach dem anderen. Als es kurz vor Weih­nachten in Madrid zum Cla­sico kommt, macht ein hoch­ver­dienter 3:0 Sieg der Kata­lanen end­gültig klar, dass mit diesem Team in allen Wett­be­werben zu rechnen ist. Barca fährt etliche Kan­ter­siege ein und bleibt bis heute das ein­zige unge­schla­gene Team in einer Spit­zen­liga. 

Der über­ra­gende Spieler in Bar­ce­lona ist, wie üblich, Lionel Messi. Der Argen­ti­nier ist wie in den letzten Jahren auch abso­luter Erfolgs­ga­rant und für Barca nicht zu ersetzen. In dieser Hin­sicht ist bei den Kata­lanen also alles beim Alten. Im Rest der Mann­schaft hat sich seit Val­verdes Amts­an­tritt hin­gegen einiges getan.