Jochen Breyer
Ich kam, ich sah, ich siegte“, Blut, Schweiß und Tränen“, Jetzt komm ich hier hoch, guck dir die Scheiße an“. Es gibt Sätze, die bleiben für immer. Als Karl-Heinz Rum­me­nigge im Aktu­ellen Sport­studio die Men­schen­rechts­ver­let­zungen in Katar mit einer anderen Kultur“ erklären wollte, griff Mode­rator Jürgen Breyer ein und sagte: Men­schen­rechts­ver­let­zungen sind keine Kultur.“ Ein Satz, den wir uns mög­li­cher­weise schon heute Morgen auf Tassen und T‑Shirts haben dru­cken lassen.

Amin Younes
Nicht nur, dass Amin Younes gegen Manuel Neuer das viel­leicht schönst Tor seiner Lauf­bahn schoss. Nicht nur, dass Amin Younes dafür sorgte, dass es Bay­erns Defen­sive in der ersten Halb­zeit wie auf einer Nordpol-Expe­di­tion erging – sie mussten mit dem Kom­pass zurück in die Kabine finden. Nein. Nach seinem Tor ließ sich Younes einen Trai­nings­pull­over rei­chen, den er in die Höhe hielt. Darauf der Name und das Kon­terfei von Fatih Sara­çoğlu, einer von neun Men­schen, die vor einem Jahr bei einem rechts­ex­tremen Anschlag in Hanau ermordet wurden, und deren Namen und Gesichter die Spieler von Ein­tracht Frank­furt auf den Pull­overn beim Auf­wärmen trugen. Und damit zeigte Younes, dass es wich­ti­geres gibt, als ein Traumtor gegen Manuel Neuer zu schießen oder Niklas Süle schwin­delig zu spielen. Wichtig ist, Hal­tung zu zeigen. Wichtig ist, nicht zu ver­gessen.

Amin Younes
Weil eine Nomi­nie­rung nicht aus­rei­chen würde, gleich nochmal.

Martin Hin­ter­egger
Der Ver­tei­diger hatte sich kürz­lich beschwert, dass nach Abpfiff seine Mann­schafts­kol­legen nur auf ihre Mobil­te­le­fone schauen würden, statt sich ein Bier­chen auf­zu­ma­chen und über das Spiel zu quat­schen. Wes­halb er nach dem Sieg gegen die Bayern mit einem Kasten Bölk­stoff in die Umkleide mar­schierte. Fehlte nur noch ein unge­wa­schener Bal­lon­sei­de­trai­nings­anzug mit Tetrapak-Wer­bung und die Ansage, dass der Kasten von den Alten Herren“ spen­diert worden sei. Aber gut, das kann ja noch kommen, wenn Hin­ter­egger tat­säch­lich mal Kreis­klasse spielen wird.

Renato Steffen
Wovor wir alle Wolfs­burger kurz warnen wollen: Sorgen Sie sich nicht, wenn in Ihrem Wohn­zimmer ein geschäf­tiger Schweizer mit Wand­besen stehen sollte. Das ist Renato Steffen und der staubt ein­fach gerne ab.

Sasa Kalajdzic
Ach du Schreck! Die Sosa-Sasa-Schwaben“, titelte die Bild-Zei­tung ges­tern Abend. Was klingt, als würde der Prenz­lauer Berg um ein, nun ja, frag­wür­diges High­light rei­cher, näm­lich einem von Schwaben geführten jugo­sla­wi­schen Veggie-Restau­rant, das sich haupt­säch­lich auf die Zube­rei­tung von Rin­der­bouil­lons ohne tie­ri­sche Zusätze zum Mit­nehmen spe­zia­li­siert hat, aber dabei einem Stadt­teil auch vor Augen führt, was in der Gesell­schaft grund­sätz­lich alles schief­läuft. Gratis. Meint aber nur die Kom­bi­na­tion von Borna Sosa und Sasa Kalajdzic vor dem Stutt­garter 1:0‑Siegtreffer gegen Köln. Sosa hat Sasa in dieser Saison übri­gens schon drei Treffer auf diese Weise vor­ge­legt, wes­halb die Bild das Duo sogleich mit Manni Kaltz und Horst Hru­besch ver­glich. Manni Banane, ich Kopf – Tor!“. Womit wir wieder bei frag­wür­digen Restau­rant­namen im Prenz­lauer Berg wären.