Seite 2: Wie die Kluft zwischen Holtby und HSV wuchs

So ergab sich ein umfas­sendes Per­sön­lich­keits­profil eines Men­schen, der sich im Span­nungs­feld des Pro­fi­fuß­balls bewegt. Wir erlebten hautnah, wie Lewis Holtby mit Erfolgen und Miss­erfolgen umgeht, was ihn privat antreibt, wie er Zurück­set­zungen kom­pen­siert und welche Hoff­nungen und Zweifel ihn umtreiben.

Erwar­tungen nicht erfüllt

Wie inzwi­schen jeder weiß, ver­lief die Saison des Ham­burger SV ganz anders, als sich die Ver­ant­wort­li­chen und das Umfeld des Ver­eins vor­ge­stellt hatten. Und auch die Erwar­tungen von Holtby erfüllten sich nicht. Er, der anfangs das Symbol des Neu­an­fangs sein sollte, wurde nach der Ent­las­sung von Chris­tian Titz zuneh­mend zum Inbe­griff der Krise am Volks­park. Der neue Trainer Hannes Wolf und Sport­di­rektor Ralf Becker hatten andere Vor­stel­lungen, wie sich der HSV sport­lich prä­sen­tieren sollte. In der Rück­runde rückte Vize­ka­pitän Holtby zuneh­mend ins zweite Glied.

Doch ohne ihn tat sich die Mann­schaft des Ham­burger SV schwer, dem Druck des obli­ga­to­ri­schen Wie­der­auf­stiegs stand­zu­halten. Gleich­zeitig wuchs die Kluft zwi­schen der sport­li­chen Füh­rung und dem anfangs zum Füh­rungs­spieler aus­ge­ru­fenen Holtby. Am 31. Spieltag wurde er vom Verein auf­grund einer Dis­zi­plin­lo­sig­keit bis zum Sai­son­ende sus­pen­diert. Das trau­rige Ende seiner knapp fünf Spiel­zeiten an der Elbe.

Dem HSV gelang es in der Folge nicht mehr, sich an der Tabel­len­spitze zu halten, bereits vor dem letzten Sai­son­spiel stand fest: die Mis­sion Wie­der­auf­stieg“ war kra­chend geschei­tert. Und mit ihr alle Hoff­nungen und Träume, den stolzen Klub mit einem neuen, posi­tiven Geist zu erfüllen.

Unbe­merkter Abschied

Lewis Holtby erlebte das letzte Sai­son­spiel gegen den MSV Duis­burg an der Seite seiner Mutter auf der Tri­büne. Es war ihm ein Anliegen, sich gebüh­rend von den vielen HSV-Fans, die über die Jahre stets zu ihm gehalten hatten, zu ver­ab­schieden und auf diesem Weg seine Dank­bar­keit aus­zu­drü­cken. Nur wenige Tage später ver­ließ er von der Öffent­lich­keit fast unbe­merkt die Han­se­stadt.

Wenn Ihr wissen wollt, was hinter den Kulissen beim Ham­burger SV in dieser bewegten Spiel­zeit pas­sierte und warum sich all das, was sich Lewis Holtby anfangs so positiv dar­ge­stellt hatte, irgend­wann zum Nega­tiven ver­än­derte, lest die große Repor­tage Ein ver­lo­renes Jahr“ in der neuen 11FREUNDE-Aus­gabe #212. Jetzt überall, wo es Zeit­schriften gibt!