Weshalb bei einem portugiesischen Erstligisten 14 Spieler ausfallen

This is sick, man!

Der portugiesische Erstligist Vitória Setúbal hat einen Antrag auf eine Verschiebung der Partie gegen Sporting Lissabon eingereicht. Denn aufgrund eines Virus in der Mannschaft fallen dem Trainer sage und schreibe 14 Spieler aus - doch spielen muss das Team trotzdem.

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Um Trainer Julio Velázquez ist es in letzter Zeit ziemlich einsam auf dem Trainingsplatz von Vitória Setúbal geworden. Die Begegnung zwischen seinem Team und Sporting Lissabon am kommenden Samstagabend war bis vor kurzem nicht unbedingt eine besonders interessante im Kalender der Liga NOS. Doch kürzlich machte sich eine beunruhigende Nachricht breit, die die Partie kurzfristig doch noch hervorgehoben hat. 

Doch was war passiert? Vítor Hugo Valente, Präsident von Vitória, gab vor der Partie bekannt, dass sich sage und schreibe 14 Spieler im Kader wegen eines noch nicht näher bekannten Gesundheitsproblems krank gemeldet haben und im Krankenhaus befinden. »Es ist keine einfache Erkältung oder Grippe«, erklärte der Präsident. Der rätselhafte Virus erfasste auch wichtige Größen der Mannschaft, wie etwa Kapitän José Semedo oder Innenverteidiger Artur Jorge. 

Antrag auf eine Verschiebung des Spiels 

Als Reaktion auf die immensen Ausfälle im Kader reichte der Verein einen Antrag bei der portugiesischen Liga ein, die Begegnung am Samstagabend zu verschieben. In einer offiziellen Erklärung teilte der Verband mit, dass Sporting diesen Antrag jedoch abgelehnt habe: »Da die portugiesische Liga eng mit den beiden Vereinen zusammenarbeitet, haben wir uns sowohl mit Vitória, als auch mit Sporting zusammengesetzt, um das offensichtliche Problem zu lösen. Da die beiden Vereine jedoch auf keine gemeinsame Einigung gekommen sind, kann die Liga den Antrag von Vitória nicht bewilligen.« 

Sporting Lissabon begründet seine Entscheidung damit, dass ihr Zeitplan keine Verschiebung zulasse. In einer Pressemitteilung argumentierte der Verein: »Der Wettkampfkalender ist überfüllt und macht es Sporting unmöglich, den Antrag von Vitória Sétubal auf Verschiebung des nächsten Spieltages zu akzeptieren. Angesichts der wichtigen Spiele in der Europa League mit offensichtlichem Vorteil für den portugiesischen Fußball können wir nicht riskieren, mit wettbewerbsüberlasteten Spielern anzutreten.« 

Und als hätte Vitória nicht schon bereits genug Unglück gehabt, teilte der Verein mit, dass sich der Virus in der Mannschaft noch weiter ausgebreitet und nun knapp 80 Prozent des Profikaders befallen habe. 

Ähnliches Ereignis in Spanien

Erst kürzlich ereignete sich ein nahezu identisches Ereignis auf der iberischen Halbinsel. Beim spanischen Zweitligisten Sporting Gijon fielen vor dem Spiel gegen Real Saragossa ganze zehn Spieler aufgrund einer Grippewelle aus. Ähnlich wie Vitória bat der Verein um eine Verlegung der Partie, anders als die Portugiesen wurden die Spanier jedoch erhört. Viel Mut macht das Beispiel von Gijon den Portugiesen allerdings nicht, denn obwohl das Spiel fünf Tage später nachgeholt wurde, verloren die Asturier mit 0:2. Zeitweise hatte man hier sogar geplant, mit zwei Bussen anzureisen, damit sich die gesunden Spieler nicht auch noch anstecken. 

Für Vitória ist dies keine Option, da die betroffenen Spieler allesamt im Krankenhaus liegen. Und nach der Absage von Sporting bleibt der Mannschaft nun mal nichts anderes übrig, als die Partie gegen Lissabon zu bestreiten. Aber wie soll das erfolgen? Trainer Vélazquez kann zusammen mit den verbliebenden gesunden Profis wohl nur noch auf Vitórias Jugend zurückgreifen. Die ohnehin schon favorisierten Hauptstädter von Sporting werden am Samstagabend möglicherweise keine großen Schwierigkeiten haben.