Andreas Brehme, heute vor 25 Jahren machten Sie Deutsch­land zum Welt­meister. Wann wussten Sie, dass sie Argen­ti­nien schlagen werden?
Eigent­lich schon nach dem Sieg im Halb­fi­nale gegen Eng­land. Dass die Argen­ti­nier über­haupt ins End­spiel kamen, war ja eigent­lich ein Wunder. Oder besser gesagt das Werk von Tor­wart Sergio Goy­co­chea.

Von Gerd Ruben­bauer kon­se­quent der Elf­me­ter­töter“ genannt.
Zurecht. In den Elf­me­ter­schießen gegen Jugo­sla­wien im Vier­tel­fi­nale und Ita­lien im Halb­fi­nale hat er seine Mann­schaft gleich zweimal gerettet.

Und Mara­dona?
Tja, den gab es natür­lich auch noch. Diego war bei dieser WM nicht so stark wie noch 1986. Aber er war eben Diego Mara­dona. Des­wegen hat ihn Franz Becken­bauer ja auch an die Kette gelegt. Guido Buch­wald hat so gut ver­tei­digt, dass die Argen­ti­nier im gesamten Spiel nicht einen Eck­ball, geschweige denn eine Tor­chance hatten.

Konnten Sie den Argen­ti­niern ansehen, dass sie heute ver­lieren würden?
Das nicht, aber ich konnte es hören: Von den 80.000 Men­schen im Olym­pia­sta­dion von Rom waren min­des­tens 75.000 Deutsch­land-Fans. Das war ein Heim­spiel, das konnten wir gar nicht ver­lieren.

Bis zur 85. Minute stand es 0:0. Dann ließ sich Rudi Völler im Straf­raum fallen, Schieds­richter Edgardo Codesal Méndez ent­schied auf Elf­meter. Wie haben Sie die nach­fol­genden Szenen in Erin­ne­rung?
Die Argen­ti­nier drehten durch. Es dau­erte bestimmt sieben oder acht Minuten, ehe der Ball end­lich frei­ge­geben war. (Anm. d. Red.: Es war unge­fähr eine Minute)

Statt Lothar Mat­thäus standen Sie auf einmal am Punkt. Warum?
Uns war klar: Wer sich sicher fühlt, der schießt. Und ich fühlte mich sicher. Im Gegen­satz zu den anderen Elf­me­ter­kan­di­daten Mat­thäus, Völler und Litt­barski.