Markus Gell­haus, neun Jahre waren Sie Co-Trainer unter Jos Luhukay (Pader­born, Mön­chen­glad­bach, Augs­burg und Berlin, d. Red.) – tele­fo­nieren Sie ab und an mit Ihrem ehe­ma­ligen Chef?
Kurze Ant­wort: Ja.

Schönes Vor­ur­teil: Sie spre­chen dann meist über Taktik, richtig?
Wir reden über alle Themen, die uns gerade beschäf­tigen. Wer derart lange einen gemeinsan Weg gegangen ist, der hält sich nicht auf mit Small­talk. Wir kennen uns auch privat sehr gut.

Fehlt Ihnen an man­chen Trai­nings­tagen der Aus­tausch mit Herrn Luhukay?
Das wäre über­trieben. Inzwi­schen sind die Inter­valle, in denen wir mit­ein­ander spre­chen, größer geworden. Den­noch ist es immer wieder schön, mit ihm zu spre­chen.

Sie haben in der Jugend für den SC Pader­born gespielt, anschlie­ßend acht Jahre in ver­schie­denen Posi­tionen für den Klub gear­beitet, Ihr Erst­wohn­sitz befindet sich seit langer Zeit nahe Pader­born. Liegen die­je­nigen Fans kom­plett falsch, die sagen: Für Markus Gell­haus kam als erste Chef­trai­ner­sta­tion nur der SCP infrage?
Das würde ich so nie sagen. Grund­sätz­lich sollte man sich alle Ange­bote genau anschauen. Aber klar, Pader­born ist für meine Familie und mich in der Tat etwas ganz Spe­zi­elles. Ich kenne den Verein in- und aus­wendig. Ver­mut­lich ist es kein Zufall, dass der Prä­si­dent (Wil­fried Finke, d. Red.) zuvor bereits zweimal ver­sucht hatte, mich als Chef­trainer nach Pader­born zu lotsen.

Wes­halb haben Sie ihm abge­sagt?
Weil ich bei anderen Ver­einen unter Ver­trag stand – und ich nicht der Typ bin, der ein­fach so irgendwo hin­schmeißt. Ich halte mich an Ver­träge. Nun war die Zeit reif für eine Eini­gung. Jetzt kann ich den nächsten Schritt machen.

Wann haben Sie die Ent­schei­dung getroffen, nicht weiter als Co-Trainer zu arbeiten?
Da gab es weder einen Schlüs­sel­mo­ment noch habe ich das lange geplant. Es ist doch ganz ein­fach: Wenn man das Gefühl hat, dieser Verein ist es, dieser Moment ist genau der rich­tige, dann sollte man die Chance ergreifen.

Ihre ersten Ein­drücke als Chef­trainer?
Ich muss nun ständig mit den Medi­en­ver­tre­tern spre­chen – das ist zum Teil unge­wohnt. Alles andere habe ich bereits in meiner Rolle als Co-Trainer erlebt. Jos Luhukay ließ mir große Frei­räume, wir waren ein super Trai­ner­team, das sehr ver­trau­ens­voll mit­ein­ander gear­beitet hat. Ich lei­tete das Trai­ning eigen­ver­ant­wort­lich und sprach regel­mäßig vor der Mann­schaft. Kurzum: Die Arbeit mit den Spie­lern hat sich kaum ver­än­dert, eher das Drum­herum. Aber damit komme ich bis­lang gut zurecht.