Wer ist Hollands neues Supertalent Frenkie de Jong?

Was de Jongs Aufstieg über Hollands Fußball aussagt

Sein Spiel ist trotzdem mehr als eine Zirkusvorstellung - weil de Jong weiß, wann er sich was erlauben kann und vieles intuitiv richtig macht. Dazu ist er ausreichend zweikampfstark und damit pressingresistent. Vor allem aber vermag de Jong mit seinen Dribblings ebenso wie mit seinen präzisen Pässen das zu schaffen, was im modernen Fußball so selten und deshalb das höchste Gut ist: Räume. »Gerade für das Offensivspiel ist er in der zentralen Rolle besonders wichtig, weil er von dort aus die Angreifer immer wieder in Szene setzen kann«, sagt Younes.

Gesegnet mit Talenten

Bei seinem Länderspieldebüt gab es eine Szene, die de Jong perfekt charakterisiert. Im Mittelfeld eroberte er den Ball, mit einem vertikalen Pass filetierte er anschließend die peruanische Abwehr und spielte Memphis Depay frei, der zum 1:1 traf. »Er hat auch defensive Qualitäten, weil er das Spiel lesen und viele Aktionen des Gegners antizipieren kann«, sagt Younes über seinen früheren Mitspieler, der gegen Peru gerade mal eine Halbzeit benötigte, um zur prägenden Figur im holländischen Spiel aufzusteigen. »Frenkie ist ein großartiger Fußballer mit großem Spielverständnis«, sagt Bondscoach Roland Koeman.

Nachdem die Holländer zuletzt zwei große Turniere verpasst und die Trainer schneller gewechselt haben als der HSV, regt sich im Land nun wieder zarte Zuversicht. Das hängt auch mit Frenkie de Jong zusammen. »Wir sind gesegnet mit solchen Talenten«, sagt Koeman. Vor allem aber scheint sich bei der Elftal gerade eine stabile Achse herauszubilden: mit Torhüter Jasper Cillessen (Barcelona), den Innenverteidigern Virgil van Dijk (Liverpool) und Matthijs de Ligt (Ajax), de Jong im Mittelfeld (ab Sommer: Barcelona) und Depay (Lyon) in der Offensive.

Prominenter Bewacher

Nur drei Tage nach seinem Debüt für Oranje stand de Jong in der Nations League gegen Frankreich gleich in der Startelf. Der Weltmeister brauchte ein wenig, um sich auf sein grenzgängerisches Spiel zwischen Defensive und Offensive einzustellen. In der zweiten Hälfte stellten die Franzosen einen Spieler ab, der sich ein bisschen um de Jong kümmern sollte. Es war niemand Geringeres als Antoine Griezmann.