Über den Spieler Fatigue ist bisher wenig bekannt, nicht einmal sein Vor­name oder seine Her­kunft. Por­tugal oder doch Frank­reich? In der jüngsten Pres­se­runde fragte ein Jour­na­list Liver­pools Trainer Jürgen Klopp, ob Fatigue bei der der­zei­tigen Lage der Reds eine Rolle spiele. Who is fatigue?“, fragte Klopp ver­wun­dert. Bis der Pres­se­spre­cher auf­klärte, dass sich die Frage auf die Müdig­keit bezog, statt des gebräuch­li­chen Worts tired­ness“ war aber von fatigue“ die Rede. Keiner ist müde“, ant­wor­tete Klopp lapidar.

Aller­dings sah er sich im Spiel gegen Burnley doch gezwungen, zweien der Fab3“ im Sturm eine Pause zu gönnen: Mo Salah und Roberto Fir­mino saßen zunächst auf der Bank. Beide Stars der beein­dru­ckenden Angriffs­reihe wirken seit Wochen über­spielt – und auch nach ihrer Ein­wechs­lung änderte sich daran nichts. Liver­pool verlor zu Hause mit 0:1, war wieder mal domi­nant und vergab beste Tor­chancen. Doch die Zahlen sind alar­mie­rend: Liver­pool kas­sierte zum ersten Mal nach 68 Spielen zu Hause eine Nie­der­lage. Klopps Team ist seit fünf Spielen ohne Sieg, seit vier Spielen ohne Tor. Und am schmerz­haf­testen: Der Rück­stand auf Spit­zen­reiter Man United beträgt mitt­ler­weile sechs Punkte.

Wie ein müder und esprit­loser Schwer­ge­wichts­welt­meister

Es war ver­dammt schwer, dieses Spiel zu ver­lieren. Wir haben es trotzdem geschafft“, barmte Klopp nach der Partie. Er hätte Glei­ches aber auch schon über die vor­an­ge­gan­genen Punkt­ver­luste befinden können. Beim 1:1 gegen West Brom hatte Liver­pool 743 Pässe gespielt, doch nur jener des Ver­tei­di­gers Joel Matip hatte in der 12. Minute die geg­ne­ri­sche Defen­sive aus­ge­he­belt und damit die Füh­rung ein­ge­leitet. Es sollte der bis heute letzte Liga­treffer der Reds bleiben. Aus­wärts bei Sout­hampton lief Liver­pool zwar beherzt, aber ideenlos 89 Minuten einem Rück­stand hin­terher. Daheim gegen den Kon­kur­renten Man­chester United bestimmte das Team eben­falls über weite Stre­cken das Geschehen, konnte am Ende aber noch froh über das 0:0 sein.

Abstiegs­kan­didat Burnley zeigte nun wie schon New­castle oder West Brom, dass selbst die Kleinen der Liga im Duell mit dem Meister über sich hin­aus­wachsen. Mit kom­pro­miss­losem Ein­satz und beein­dru­ckender Kom­pakt­heit ver­dienten sich die Gäste die Punkte an der Anfield Road. Aller­dings spielen sie momentan auch nicht mehr gegen das über­mäch­tige Liver­pool der ver­gan­genen Spiel­zeiten, son­dern gegen einen müden und esprit­losen Schwer­ge­wichts­welt­meister. Salah agiert gera­dezu hib­belig im Straf­raum, Fir­mino sucht nach seiner Kalt­schnäu­zig­keit. Klopp hatte beide zuvor rigoros durch­spielen lassen, weil er seiner Bank augen­schein­lich nicht ver­traute. Im Spiel gegen Burnley wurde deut­lich, dass auch der bei den Fans beliebte Divock Origi tat­säch­lich keinen guten Ersatz dar­stellt.