So, das wäre geschafft. Durch Perus 2:0‑Sieg über Neu­see­land in den frühen Mor­gen­stunden des 16. November wurde auch der 32. und letzte Platz im Star­ter­feld der WM-End­runde 2018 ver­geben. Es mag etwas seltsam wirken, dass der Gewinner der Ozea­nien-Qua­li­fi­ka­tion mehr als 20 Stunden fliegen musste, um gegen den Fünften der Süd­ame­ri­ka­gruppe das Ticket nach Russ­land aus­zu­spielen, doch im Ver­gleich zu frü­heren Zeiten ist eine WM-Qua­li­fi­ka­tion heut­zu­tage fast ver­nünftig, fair und fein­fühlig auf­ge­baut. 

Ganz anders war das noch in den Sieb­zi­gern. In der Qua­li­fi­ka­tion zur WM 1978 in Argen­ti­nien sollten nach dem Willen der FIFA alle mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen Länder in einer Gruppe spielen. Das hätte bedeutet, dass Hon­duras und El Sal­vador sich nur sieben Jahre nach dem so genannten Fuß­ball­krieg“, der ja anläss­lich von Qua­li­fi­ka­ti­ons­spielen aus­bro­chen war, wieder um Punkte gestritten hätten. Dazu kam es am Ende nicht, denn Hon­duras zog seine Mel­dung empört zurück.

Chao­ti­scher World Cup“

Ver­gli­chen mit der WM 1966 waren diese Unstim­mig­keiten jedoch nur Pea­nuts. Man darf getrost annehmen, dass es nie wieder ein Tur­nier schaffen wird, ein sol­ches Durch­ein­ander anzu­richten wie der World Cup“ in Eng­land. In den zwei Jahren, bevor die Teil­nehmer an der End­runde end­lich fest­standen, dürfte der Konsum von Beru­hi­gungs­mit­teln im Haupt­quar­tier der FIFA bedenk­liche Aus­maße ange­nommen haben.

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, um all die Kapriolen auf­zu­listen. Am besten viel­leicht bei uns, in Europa. Da lief zwar alles noch eini­ger­maßen geordnet ab, doch fanden sich hier auch zwei Mann­schaften, die man eigent­lich in anderen Kon­ti­nen­tal­ver­bänden erwartet hätte: Israel und Syrien. Diese Teams hätten in Asien antreten müssen, was der FIFA aber aus poli­ti­schen Gründen wenig ratsam erschien. So spielte Israel brav gegen Bel­gien und Bul­ga­rien. Die Syrer hin­gegen spielten nicht, son­dern zogen in letzter Minute ihre Mel­dung zurück, und zwar aus Soli­da­rität mit den Mann­schaften aus – Afrika!