Metz­chen in Fran­furt
FSV Frank­furt – FC Metz (2010)

Das letzt­wö­chige Test­spiel vom FSV Frank­furt gegen den fran­zö­si­schen Zweit­li­gisten aus Metz dau­erte keine 60 Minuten, als es durch den Unpar­tei­ischen Chris­tian Din­gert ein vor­zei­tiges Ende nahm. Mit dem Platz­ver­weis des Metzer Spie­lers Tenema N’Diaye nahm das Unheil seinen Lauf. Durch wie­der­holtes Foul­spiel auf­ge­fallen, setzte sich der des Feldes Ver­wie­sene trotzig auf die Reser­ve­bank seiner Mann­schaft. Nachdem er anschlie­ßend mehr­fach auf­ge­for­dert wurde, die Bank zu ver­lassen, dem aber nicht nach­kommen wollte, been­dete der Schieds­richter die Partie beim Stand von 0:0.



Tore am Fließ­band
AS Adema – Stade Olym­pique l’E­myrne (2002)

Ein neues Level des stillen Pro­testes gegen die Schieds­richter-Dik­tatur erreichte 2002 die mada­gas­si­sche Liga. In der Erst­liga-Partie zwi­schen Stade Olym­pique l’E­myrne und AS Adema kam es auf­grund eines Streits zwi­schen dem Trainer von Olym­pique und dem Referee zum Eklat. Mit einer Demons­tra­tion fuß­bal­le­ri­scher Ziel­stre­big­keit netzten die Jungs von Olym­pique gleich 149 Mal ein – aller­dings ins eigene Tor. Alle 0,6 Minuten ein Tor, was braucht das Fan-Herz mehr.

Wenn die Lichter aus­gehen
SC Por­ti­mo­nense – Aca­de­mica de Coimbra (2009)

In Por­tugal bedurfte es weitaus weniger, um das Spiel zwi­schen dem SC Por­ti­mo­nense und Aca­de­mica de Coimbra am 11. November 2009 in der 51. Minute zu beenden. Auch der Schieds­richter war in diesem Fall nicht der unmit­tel­bare Grund für den vor­zei­tigen Spiel­ab­bruch. Eine Maus brachte es nach­weis­lich fertig, ein Strom­kabel anzu­nagen und somit für den Aus­fall der Flut­lichter zu sorgen. Die por­tu­gie­si­sche Presse unter­stellte der Maus die blanke Absicht in dieser Hand­lung. Die Begeg­nung sei so unter­ir­disch gewesen, dass dem Nager im Grunde nichts anderes übrig blieb.

Wie war das mit den 90 Minuten?
Dost­luk­spor Bot­trop – Blau-Weiß Wesel (2007)

In der Begeg­nung von Dost­luk­spor Bot­trop und Blau-Weiß Wesel in der Bezirks­li­ga­saison 2007 inter­pre­tierte der Schieds­richter das Spiel fernab der Herberger´schen Weise. Er ließ bereits in der ersten Halb­zeit 58 und in der zweiten gleich 60 Minuten das Leder rollen. Ich habe den Stand­punkt, dass ein Zuschauer, der Geld für 90 Minuten bezahlt, auch 90 Minuten zu sehen bekommen sollte. Wenn der Trainer der Mei­nung ist, auf Zeit spielen zu müssen, muss er damit rechnen, dass länger gespielt wird“, gab der Spiel­leiter in der anschlie­ßenden Stel­lung­nahme bekannt.

Ein Schiri sieht Rot
Peter­bo­rough North End – Royal Mail AYL (2005)
Richard McGaffin, Schluss­mann von North End, ist nach dem 1:2 gegen sein Team sicht­lich ange­fressen. Post­wen­dend ver­leiht er seinem Frust in der 63. Minute Aus­druck und setzt zur Ver­bal­at­tacke Rich­tung Schiri Andy Wain an. Dieser regis­triert das und reagiert höchst eigen­willig. Die Mehr­zahl seiner Kol­legen hätte wohl die Ent­glei­sung des Tor­warts mit Gelb geahndet, nicht so Wain. Nachdem er sich seiner Pfeife und seiner Karten ent­le­digt hatte, stapfte er fest ent­schlossen Rich­tung Spieler. Was er genau vor hatte bleibt sein Geheimnis. Auf halber Strecke blieb er jedoch wie vom Schlag gerührt stehen und ver­wies sich, wie aus hei­terem Himmel, selbst des Feldes. Ihm sei auf­grund der Äuße­rung des Spie­lers der Kragen geplatzt, doch glück­li­cher­weise sei er rasch wieder zur Besin­nung gekommen. Da er ein der­ar­tiges Ver­halten bei Spie­lern sofort mit Rot bestraft hätte, tat er das ebenso gegen­über sich selbst. Das Spiel wurde dar­aufhin abge­bro­chen. Die BBC kom­men­tierte den Vor­fall arg­wöh­nisch: Immerhin stritt er nicht mit sich selbst über den Platz­ver­weis.“

Echte Männer
Werder Bremen – Han­nover 96 (1975)
Eine solche Liste kommt natür­lich nicht ohne den Namen Wolf-Dieter Ahlen­felder aus. Seine legen­därste Partie lei­tete der Schieds­richter am 8. November 1975. Ahlen­felder schickte die Teams – Werder Bremen und Han­nover 96 – schon nach 32 Minuten in die Kabine. Doch die Pro­teste von der Seite und den Rängen ließen den Mann skep­tisch werden. Er über­legte es sich prompt anders und for­derte die Spieler zum Umkehren auf. Schließ­lich pfiff er 90 Sekunden vor Ablauf der regu­lären Spiel­zeit end­gültig zur Halb­zeit. Später gab er unum­wunden zu, sich vor dem Spiel ein paar Gläser Bier und Mal­teser Schnäpse geneh­migt zu haben: Männer trinken doch keine Fanta!“ Übri­gens: Wer heute in der Werder-Gast­stätte einen Ahlen­felder“ bestellt, bekommt einen Mal­teser und ein Pils.