Seite 3: „Wir brauchen die Fans“

Dass die Situa­tion durchaus ver­fahren ist, zeigt auch eine Stel­lung­nahme des Kölner Fan­pro­jektes. Darin rufen wie­derum andere Fan­ver­treter dazu auf, die Mann­schaft mit allen Mit­teln eines krea­tiven, laut­starken und fried­li­chen Sup­ports zu unter­stützen“. Zwar sei man auch klar gegen die Redu­zie­rung von Kar­ten­kon­tin­genten für Aus­wärts­fans, halte aber den Zeit­punkt der Pro­test­ak­tion für nicht ziel­füh­rend.“ 68 Fan­klubs haben diese Stel­lung­nahme bereits unter­zeichnet.

Und so darf man gespannt sein, wie sich diese kom­plexe Gesamt­si­tua­tion am Samstag nie­der­schlagen wird. Fest steht: Dieses Derby wird wohl anders. Ver­mut­lich wird im Mün­gers­dorfer Sta­dion eine andere Stim­mung herr­schen, ver­mut­lich wird ein halb­leerer Gäs­te­block nicht die von den Fans so geliebte Derby-Atmo­sphäre bewirken.

Ich bin der Über­zeu­gung, dass das Signal ver­standen wird“

Die Frage ist aber, ob dieses Zei­chen auch ankommt – oder ob es bei den Ver­bänden, Poli­ti­kern und Sicher­heits­be­hörden als Auf­stand einer kleinen Gruppe abgetan wird. Mön­chen­glad­bachs Geschäfts­führer Ste­phan Schip­pers meint: Ich bin der festen Über­zeu­gung, dass das Signal ver­standen wird.“ Schip­pers, immerhin Mit­glied des DFL-Auf­sichts­rates, mahnt aber auch an: Wir alle wollen auch in Zukunft sport­lich bri­sante, aber faire Derbys haben und dies in einem stim­mungs­vollen Rahmen mit zehn Pro­zent Gäs­te­fans. Dafür brau­chen wir die Fans, die sich durch ihr Ver­halten nicht den Ast absägen dürfen, auf dem sie sitzen. Ich werbe immer dafür, dass wir es nicht soweit kommen lassen dürfen, dass die Politik solche Dinge regu­liert.“

Und ver­mut­lich wird es genau darauf ankommen, wollen die Fans mit ihrem Pro­test wirk­lich Erfolg haben und von Poli­ti­kern, Ver­bänden und Sicher­heits­be­hörden ernst genommen werden: Ihr Kampf für die Fan­kultur wird auch nach dem Derby wei­ter­gehen – trotz aller Riva­lität mei­nungs­stark und gemeinsam.