Wer hat den stärksten Sturm?
Werder! Ok, die Bremer haben der­zeit die sechst­we­nigsten Tore der Liga erzielt, aber dort, wo früher Ailton oder Pizarro gewir­belt haben, stürmt nun eben Xaver über den Platz. Wegen des Orkan­tiefs ver­legte Werder am Don­nerstag das Trai­ning um einige Stunden nach vorne. Für das Heim­spiel am Samstag kün­dige Manager Thomas Eichin scherz­haft an: Wir werden die Bayern sicher­lich aus dem Sta­dion schießen.“ Viel­leicht über­nehmen auch einige Orkan­aus­läufer den Job und fegen die Bayern aus dem Sta­dion.

Von wem sollte man die Finger lassen?
Ex-Natio­nal­spieler Patrick Owo­moyela hält sich beim Ham­burger SV fit. Der 34-Jäh­rige kann sich vor­stellen, dau­er­haft in der zweiten Mann­schaft zu spielen, falls er weiter keinen neuen Pro­fi­klub findet. Viel­leicht ver­hin­dert das ein ver­spätet wir­kender Fluch aus der sagen­um­wo­benen Stadt Bie­le­feld. Als Owo­moyela dort spielte und noch Inter­es­senten hatte, sangen die Arminia-Fans Lasst die Finger von O‑wo-mo-yela!“ Mög­li­cher­weise hält das Lied auch den HSV von einer Ver­pflich­tung ab, zumal die Melodie dazu von der Ham­burger Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot stammt.

Wem ähnelt Gertjan Ver­beek?
Experten streiten sich noch, ob der Nürn­berger Trainer mit dem wilden Haupt­haar nun eher dem Schau­spieler Nick Nolte oder dem Sänger Rod Ste­wart ähnelt. Musi­ka­lisch ist der Nie­der­länder jeden­falls nicht: Unter der Woche parkte ein Fan sein Auto direkt neben dem Trai­nings­rasen, öff­nete die Türen und ließ das Club-Lieb Die Legende lebt“ aus den Boxen dröhnen. Doch Ver­beek ver­wies ihn des Geländes. Dabei hätte seine immer noch sieg­lose Mann­schaft vor dem Frei­tags­spiel gegen Mainz jede Auf­mun­te­rung gebraucht – ewig wird sie die Nolte-oder-Ste­wart-Dis­kus­sion nicht bei Laune halten.

Wer guckt noch trau­riger als Jens Keller?
Im neuen Film der Coen-Brüder, Inside Llewyn Davis“ läuft die Haupt­figur mit Gitar­ren­koffer und Katze depri­miert durch New Yorker Straßen, erhält nur schlechte Nach­richten und wird von allen ver­kannt. In den Straßen Gel­sen­kir­chens hat Jens Keller nicht weniger Blues im Blick als Schau­spieler Oscar Isaac, dafür weder Gitarre noch Katze dabei. Selbst sein treu­ester Gefährte, Manager Horst Heldt, wendet sich all­mäh­lich von ihm ab, am Samstag in Mön­chen­glad­bach und am Mitt­woch in Basel droht ihn auch die Cham­pions League zu ver­lassen. Experten spre­chen von Kel­lers schwerster Woche bei Schalke 04. Doch davon spre­chen Experten, seit Keller Trainer bei Schalke 04 ist.

Und sonst?
Ver­brau­cher­skandal in der Bun­des­liga! Wie nun her­auskam, sparen deut­sche Fuß­ballan­bieter an der Nach­spiel­zeit. Ver­gan­gene Saison wurden in der ita­lie­ni­schen Serie A durch­schnitt­lich 3:50 Minuten nach­ge­spielt, in der spa­ni­schen Pri­mera Divi­sión waren es 3:23 Minuten und in der eng­li­schen Pre­mier League sogar 4:13 Minuten – das ist dop­pelt so hoch wie die 2:05 Minuten in der Bun­des­liga! Schieds­richter und Fuß­baller ver­richten hier­zu­lande oft Dienst nach Vor­schrift, 90 Minuten plus nix, Haupt­sache pünkt­lich zur Sport­schau zu Hause sein. Ver­brau­cher­schützer for­dern mehr Brutto vom Netto! Wer sich künftig nach ver­meint­li­chen Foul­spielen nicht minu­ten­lang am Boden wälzt, wird vom Publikum ebenso aus­ge­pfiffen wie Minu­ten­geiz­hälse, die zur Aus­wechs­lung oder zum Tor­ab­schlag sprinten. Eine Gelbe Karte für Spiel­ver­kür­zung wird dis­ku­tiert. Eines ist klar: Diese Sache wird noch ein Nach­spiel haben!