Wer auf Schalke wofür verantwortlich ist

Personalpuzzle

Nach erfolgloser Suche will der FC Schalke 04 vorerst auf die Verpflichtung eines Sportdirektors verzichten. Sind ja auch schon eine ganze Menge anderer Leute da. Wir bringen Licht in den dunklen Schacht und erklären, wer eigentlich wofür zuständig ist.

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Clemens Tönnies, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Laut Vereinssatzung kontrolliert der Aufsichtsrat »die Wahrnehmung der Vereinsaufgaben durch den Vorstand«. Nicht mehr und nicht weniger. Bei Clemens Tönnies, Vorsitzender des Gremiums und mächtiger Fleischfabrikant, darf es aber gerne etwas mehr sein. Hielt er sich während der Amtszeit von Christian Heidel auf Schalke noch weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück, poltert er seit dessen Rücktritt nun wieder gewohnt lautstark durch die Medien dieses Landes. Schließlich sind bald Wahlen auf Schalke: Auf der Mitgliederversammlung des Vereins am 30. Juni kandidiert Tönnies erneut für einen Posten im Aufsichtsrat.

 

Jochen Schneider, Sportvorstand

»Es gehört immer ein Kopf drüber, der sagt, wo es entlanggeht«, sagte Clemens Tönnies, als er im Februar mit Jochen Schneider den Nachfolger von Christian Heidel präsentierte. Beschäftigt war dieser Kopf seit seinem Amtsantritt vor allem damit, Ausschau zu halten. Nach der Entlassung von Domenico Tedesco und der Übergangslösung mit Huub Stevens brauchten die Schalker nicht nur einen neuen Trainer, Schneider hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, die gesamte sportliche Führung breiter aufzustellen. Dafür hat er zum Beispiel Michael Reschke als neuen Technischen Direktor verpflichtet. Auf einen Sportdirektor, der eigentlich auch noch kommen sollte, will er laut einem Bericht der »WAZ« hingegen erst einmal verzichten. 

 

Michael Reschke, Technischer Direktor

Als Technischer Direktor soll sich Michael Reschke ab sofort darum kümmern, die Scouting-Abteilung für den Profibereich neu aufzustellen. Zudem fällt die Kaderplanung in seinen Aufgabenbereich. In ähnlicher Funktion hatte Reschke zuvor bereits bei Bayer Leverkusen und Bayern München gewirkt – vornehmlich im Hintergrund. Als Sportvorstand stand er dann zuletzt beim VfB Stuttgart zum ersten Mal in der Hauptverantwortung – und musste im Laufe einer sportlich katastrophalen Saison seinen Hut nehmen. Auf Schalke hoffen sie nun, dass der 61-Jährge in der zweiten Reihe ähnlich gut funktioniert wie zuvor in Leverkusen und München.