Dresdner Gräber (November 2008)
Mäßig kreativ aber beson­ders geschmacklos reagierten Dresdner Fans auf eine 0:3‑Heimniederlage gegen den SC Pader­born. Auf dem Trai­nings­latz hoben sie elf grab­ähn­liche Löcher aus und ver­sahen diese mit Holz­kreuzen. Geschäfts­führer Ralf Minge reagierte prag­ma­tisch: Jetzt haben wir in dieser ange­spannten Wit­te­rungs­si­tua­tion noch­mals deut­lich ver­schlech­terte Trai­nings­be­din­gungen.“

Grab­lichter in Essen (Sep­tember 2009)
Inspi­riert von dieser sub­tilen Bedro­hung, die auch bei Hajduk Split schon einmal ihre Anwen­dung fand, zeigten sich Fans von Rot-Weiss Essen. Sie stellten auf dem Trai­nings­platz ein kleines Holz­kreuz (Inschrift 1907 – 2010“) auf, umringt von Grab­lich­tern und weißen T‑Shirts mit den Initialen der Startelf des letzten Auf­tritts.



Erzwun­gener Abbruch des Römer Derbys (März 2004)
Nach bewusst gestreuten Gerüchten, ein junger Fan sei vor dem Römer Derby von einem Poli­zei­auto über­fahren worden, ver­su­chen die Fan­szenen beider Ver­eine den Abbruch des Spiels her­bei­zu­führen. Sie schießen Leucht­ra­keten auf den Platz, bis der Schieds­richter das Spiel in der 47. Minute unter­bricht. Erfolglos wird eine Erklä­rung der Polizei ver­lesen, wonach das Gerücht jeder Grund­lage ent­behrt. Der­weil bedrängen auf den Platz geeilte Roma-Fans ihren Kapitän Fran­cesco Totti. Es heißt, sie hätten ihn massiv bedroht und mit einer Inva­sion des Spiel­felds gedroht, sollten die Mann­schaften wei­ter­spielen. Der Schieds­richter will das Spiel wieder anpfeifen, doch die geschockten Spieler wei­gern sich. Nach eine Tele­fonat mit dem Liga-Chef bricht der Referee das Spiel ab.

Lahms Lie­bes­at­tacke
Eine eher gefühlte als reale Bedro­hung beschreibt Philipp Lahm in seiner Bio­gra­phie. Eines Tages stand ein Mann vor seiner Haustür, um ihm zu sagen: Philipp, ich hab mich so in dich ver­liebt. Darf ich rein­kommen?“ Lahm reagierte ent­setzt: Ich schmeiße die Tür zu und drehe den Schlüssel um. Mein Herz klopft heftig. Gehen Sie weg’, sage ich durch die geschlos­sene Tür, oder ich hole sofort die Polizei.“ Der Mann geht, aber Lahm zieht die Kon­se­quenzen: Ich habe keine Lust, mich mit ver­liebten Spin­nern vor meiner Tür her­um­zu­schlagen. Obwohl sich der Vor­fall nicht wie­der­holt, beschließe ich umzu­ziehen.“

Eier auf Juventus (April 2010)
Ent­täusch über den Sai­son­ver­lauf und einen zwi­schen­zeit­li­chen sechsten Platz ver­schafften sich auch Anhänger von Juventus Turin Luft. Vor dem Spiel gegen Inter Mai­land bewarfen rund 40 Juve-Anhänger den Team-Bus ihrer Mann­schaft bei der Ankunft im Trai­nings­lager mit Rauch­bomben und Eiern. Dazu into­nierten sie Sprech­chöre und zeigten Spruch­bänder mit Atta­cken gegen Spieler und Ver­eins­füh­rung.

Leere Dro­hung in Köln (April 2011)
Nach einer 1:4‑Niederlage in Wolfs­burg war der 1. FC Köln tief in den Abstiegs­kampf ver­strickt. Dar­aufhin bedienten sich einige Kölner Groß­mäuler eher frag­wür­digen Moti­va­ti­ons­me­thoden. Am Rande des Trai­nings­platzes schmierten sie die Dro­hung: Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot!“

Nie­der­lage oder Tod (November 2006)
Fans, die Spieler der eigenen Mann­schaft bedrohen, ver­langen für gewöhn­lich mehr Ein­satz und ein Sieg im nächsten Spiel. Nicht so in Argen­ti­nien. Etwa 20 Fans von Gim­nasia-La Plata bedrohten ihre Spieler mit dem Tod, sollten sie ihr Spiel gegen Boca Juniors nicht ver­lieren. Die Fort­set­zung des wegen Bedro­hungen des Schieds­rich­ters beim Stand von 1:0 für Gim­nasia zur Pause abge­bro­chenen Spieles endete prompt noch mit einem 4:1‑Erfolg Bocas. Hin­ter­grund der unge­wöhn­li­chen For­de­rung: Eine Nie­der­lage Bocas hätte dem Erz­feind von Gim­nasia, dem Club Estu­di­antes, gute Chancen auf den Titel­ge­winn ver­schafft.

Gestörte Geburts­tags­feier in Turin (Januar 2010)
Mitten in die Geburts­tags­feier des Kapi­täns des FC Turin in einem Restau­rant platzten 25 erzürnte Hooo­li­gans. Sie belei­digten und bespuckten die anwe­senden Spieler, einige von ihnen wurden auch getreten. Auf Anraten der Polizei, die den Spu©k been­dete, wurden die Spieler anschie­ßend unter Poli­zei­schutz gestellt. Ursprüng­lich wollte die Mann­schaft zum nächsten Heim­spiel gegen Citt­a­della nicht antreten, schließ­lich spielte sie aber doch.

Gewalt­ex­zess in Grie­chen­land (Februar 2006)
Ran­dale in Grie­chen­land läuft häu­figer aus dem Ruder als hier­zu­lande. Beim Spiel zwi­schen Paok Salo­niki und Olym­piakos Piräus (1:2) warfen Fans Steine und sogar ein Handy auf das Spiel­feld, zün­deten hun­derte Plas­tik­sitze an und zer­störten die Toi­letten des Sta­dions. Nach der Nie­der­lage drohten Paok-Hoo­li­gans ihren eigenen Spie­lern mit Mes­sern und zer­störten das Auto eines Spie­lers.

Trai­nings­be­such in Dresden (Februar 2007)
Knapp 50 Ver­mummte besuchten das Trai­ning von Dynamo Dresden, um ihren Unmut über eine 0:1‑Heimpleite gegen Osna­brück zu äußern. Dabei wurden die Spieler beschimpft, Pres­se­ver­treter ange­griffen und mit Schreck­schuss­pis­tolen in die Luft geschossen. Unmit­telbar nach der Nie­der­lage kam es im Sta­dion zu hef­tigen ver­balen Atta­cken gegen die Spieler, die Dynamo-Geschäfts­führer Volkmar Köster noch ver­tei­digte. Nun machten ihn die Spieler für die Eska­la­tion ver­ant­wort­lich. (Video)

Watschn für Legia-Spieler (April 2011)
Nach einer Heim­nie­der­lage von Legia War­schau gegen Ruch Chorzow beschimpfte und bespuckte ein Fan den Legia-Ver­tei­diger Jakub Rzez­niczak. Trotz Absper­rungen gelang der in Fan­kreisen bekannte Mann aufs Feld und ver­passte dem Spieler eine Ohr­feige. Das Sta­dion konnte er anschlie­ßend unge­hin­dert ver­lassen. Nach Infor­ma­tionen der Zei­tung Gazeta Wyborcza“ gibt es zwi­schen der Ver­eins­füh­rung und der aggres­siven Fan­be­we­gung eine Absprache. Für das Ver­spre­chen, dass es keine großen Kra­walle geben wird, schließt der Verein vor kleinen Sünden die Augen“, beschrieb das Blatt die Taktik der Legia-Füh­rung.

Nazis jagen Balo­telli (April 2010)
Mario Balo­telli wurde in fast allen ita­lie­ni­schen Sta­dien Opfer von ras­sis­ti­schen Schmä­hungen. Selbst die Anhänger seines eigenen Ver­eins Inter Mai­land pfiffen den dun­kel­häu­tigen Spieler bei jeder Ball­be­rüh­rung aus. Nach einem Cham­pions-League-Sieg gegen den FC Bar­ce­lona warf der 19-Jäh­rige sein Trikot zu Boden und ver­schwand wut­ent­brannt in den Kata­komben. Doch es kam noch schlimmer: In der Tief­ga­rage des Giu­seppe-Meazza-Sta­dions griffen ihn Inter-Tifosi tät­lich an. Erst als ihm der Prä­si­dent zu Hilfe eilte, flüch­teten die Schläger .

Haus­be­such in Mag­de­burg (Oktober 2011)
Vor dem Pres­tige-Derby des 1. FC Mag­de­burg gegen den Hal­le­schen FC (0:0) wurde der frü­here FCM-Kapitän Daniel Bauer in seiner Woh­nung von Hoo­li­gans über­fallen und bedroht. Die fünf mas­kierten Männer drohten, bei einem Miss­erfolg gegen Halle wieder zu kommen. Bauer zog die Kon­se­quenzen und ver­ließ mit seiner Freundin flucht­artig die Stadt. Schon acht Wochen zuvor hatte er schrift­liche Mord­dro­hungen erhalten und nach eigenen Angaben vier Stunden auf dem Poli­zei­re­vier gesessen, um seine Aus­sage zu machen. Pas­siert war in der Zwi­schen­zeit: nichts.