1.
Beginnen wir diese Top Ten doch gleich mit einem ver­balen Sah­ne­stück aus dem Hause Mehmet Scholl: Ich werde nie Golf spielen. Ers­tens ist das für mich kein Sport, und zwei­tens habe ich noch regel­mäßig Sex.“ Scholl ist übri­gens lei­den­schaft­li­cher Sport­kegler. Eine Top Ten dazu steht noch aus.

2.
Andriy Schewt­schenko – Kenner werden es wissen: ein ukrai­ni­scher Natio­nal­held (im Fuß­ball) – spielt nach einer langen und erfüllten Kar­riere längst wieder in der Heimat bei Dynamo Kiew. Und weil Scheva“ 1.) ein Natio­nal­held ist und 2.) eine lange und erfüllte Kar­riere (u.a. AC Mai­land, FC Chelsea) vor­weisen kann, genießt er in Kiew ein paar Extra­würste, die jün­geren Kol­legen sicher­lich die Lauf­bahn kosten würden. So ver­säumte er in der ver­gan­genen Saison unent­schul­digt ein Liga­spiel für seinen Arbeit­geber – um bei den natio­nalen Golf-Meis­ter­schaften anzu­treten. Begrün­dung: Beim Golf ent­spanne ich und Ent­span­nung brauche ich mal zwi­schen den Meis­ter­schafts­spielen.“ Ergebnis: Schewt­schenko wurde Zweiter und Dynamo gewann auch ohne seinen Star.

3.
Einer der besten aktiven Ex-Fuß­baller-Golfer ist unser Kolum­nist Uli Borowka. Wie der Groß­teil der gol­fenden Ex-Kicker ist Borowka für die Gofus“, die gol­fenden Fuß­baller unter­wegs, einer gemein­nüt­zigen Orga­ni­sa­tion, in der es darum geht, Geld ein­zu­spielen und gleich­zeitig den Gegen­spieler von früher eins aus­zu­wi­schen. Den Kol­legen von Spox“ erklärte die Axt“ einst seine ganz eigene Golf-Phi­lo­so­phie: Ich spiele so Golf, wie ich früher Fuß­ball gespielt habe: Hau drauf und dann musste gucken, wie du aus der Sülze wieder raus kommst!“

4.
Leider längst ein­ge­stellt ist die Rubrik kicker Cock­tail“ im, na klar, kicker“. Im April 1993 ver­öf­fent­lichte das Fach­ma­gazin eine Liste von pro­mi­nenten (Ex-)Sportlern und deren jewei­liges Han­dicap (wer sich über Han­di­caps“ genauer infor­mieren will, nutze bitte das Internet). Wir zitieren (aus der Liste):
Nigel Man­sell: 2
Franz Roth: 6
Willi Neu­berger: 6
Franz Becken­bauer: 7
Gerd Zewe: 11
Jürgen Gra­bowski: 12
Pete Sam­pras: 15
Man­fred Kastl: 16
Bernd Nickel: 19
Andreas Brehme: 24
Dieter Müller: 28

5.
Die Süd­deut­sche Zei­tung“ fragte 1994 bei Franz Becken­bauer, Ex-Welt­meister und pas­sio­nierter Golfer (siehe Punkt 4) um Rat. Wie sieht Ihr Vor­be­rei­tungs­pro­gramm für die Golf­freunde aus?“ Ant­wort Becken­bauer: Ganz wichtig ist, dass man optimal auf­ge­wärmt zum Abschlag geht. Da genügen nicht ein paar Alibi-Deh­nungen. Meine Lieb­lings­übung: Einen Schläger auf die Schul­tern legen, die Arme links und rechts locker dar­über, Beine grät­schen und leicht anwin­keln. Jeweils nach links, bzw., nach rechts drehen.“ Aua.

6.
Auf dem Platz für seinen strammen Schuss bekannt, stürzte sich Karl All­göwer nach der Kar­riere in die Lauf­bahn des Geschäfts­manns – aller­dings mit Tempo minus 15. Frage im kicker“: Sie sind doch Mit­in­haber einer Golf­an­lage?“ Ant­wort: Mir gehören doch nur rund ein Zwei­hun­dertstel Anteile. Ich habe quasi einen Baum gepflanzt.“

7.
Läs­sige Ant­wort von Uwe Rein­ders auf die Frage eines TV-Teams, ob man ihn beim Ein­lo­chen auf dem Golf­platz filmen könne: Ist mir doch egal. Ich habe schon vor 40.000 einen Elf­meter ver­schossen!“

8.
Oliver Kahns Erklä­rung für seine Golf-Lei­den­schaft hätten wir uns auch denken können, aber hier noch einmal zum Mit­spre­chen: Des­halb spiele ich auch Golf so gerne: Der Moment des totalen Tun­nels, der totalen Kon­zen­tra­tion auf einen ganz spe­zi­ellen Moment.“

9.
Wo wir gerade bei Oliver Kahn sind. 1996, wäh­rend der EM in Eng­land, brachte Tor­wart­trainer Sepp Maier seinem Schütz­ling das Spiel mit Schlä­gern bei. Was wie­derum für einige pein­liche Momente sorgte. Aus­ge­rechnet auf den feinen eng­li­schen Golf­plätzen machte Kahn ein­fach den Kahn – und flippte regel­mäßig aus. Maier: Er hat den Platz manchmal flu­chend ver­lassen, den Schläger weg­ge­schmissen. Wie ein HB-Männ­chen ist er her­um­ge­sprungen. Meine Güte!“

10.
Wir begannen diese Top Ten mit einem Zitat, wir werden sie auch damit beenden. Lassen wir also den großen Franz Becken­bauer zu Wort kommen: Für Tennis bin ich zu alt, ich mache jetzt was anderes. Da habe ich meinen eigenen Ball, den schlage ich irgend­wohin. Dann gehe ich ihm nach. Und wenn ich ihn finde, schlage ich ihn wieder weg.“