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3. Liga

Seite 2: Ab wann gilt Kurzarbeit im Profifußball?

Doch ab wann ist Kurz­ar­beit im Pro­fi­fuß­ball eigent­lich mög­lich? Laut dem Lan­des­sport­bund NRW reiche eine Absage der Spiele nicht aus, um Kurz­ar­beit zu recht­fer­tigen. Der Ver­lust der Arbeits­zeit wäre nicht groß genug. Die Spieler sind immer noch ver­trag­lich zum Trai­ning ver­pflichtet. Der Arbeits­aus­fall könnte mit zusätz­li­chem Trai­ning kom­pen­siert werden.

Ent­steht für den Arbeit­geber aller­dings ein wirt­schaft­li­cher Schaden aus der Voll­be­schäf­ti­gung und eine Beschäf­ti­gung der Spieler nur im Trai­nings­be­trieb erweist sich als nicht mehr sinn­voll, sind das trif­tige Gründe, Kurz­ar­beit zu bean­tragen.

Nun ruht aber auch der regu­läre Trai­nings­be­trieb. Spieler sind in vielen Fällen ange­halten, sich zuhause fit zu halten. Das ist zunächst völlig rech­tens. Die arbeits­ver­trag­lich fest­ge­legten Pflichten gelten auch, wenn der Trai­nings- und Spiel­be­trieb ruht. Des Wei­teren bedeutet Kurz­ar­beit nicht gleich keine Arbeit. Mit Trai­ning im Home­of­fice wird ledig­lich das Arbeits­vo­lumen redu­ziert – des­halb auch die pro­zen­tuale Abstu­fung des Brut­to­ge­halts.

Hand­habe des Ver­eins ist limi­tiert, wenn sich Spieler wei­gern

Wei­gern sich Spieler oder auch Mit­ar­beiter der Geschäfts­stelle in Kurz­ar­beit zu gehen, habe ein Verein grund­sätz­lich nur wenig hand­habe. Der Rechts­an­walt für Arbeits­recht Daniel Hautumm erklärt: Das Pro­blem besteht darin, dass der Arbeit­geber gezwungen ist, sich das Ein­ver­ständnis der Arbeit­nehmer zu holen.“ Anders sei es nur, wenn die Kurz­ar­beit in einer Betriebs­ver­ein­ba­rung, einem Tarif­ver­trag oder im Arbeits­ver­trag gere­gelt sei. Im Fuß­ball ist das aller­dings nicht gängig.

Hautumm nennt zwei Mög­lich­keiten, mit der der Verein Kurz­ar­beit durch­setzen könnte. Eine Mög­lich­keit wäre, eine Ände­rungs­kün­di­gung aus­zu­spre­chen, also das Arbeits­ver­hältnis zu beenden und den Spie­lern gleich­zeitig einen neuen Ver­trag anzu­bieten. Dieser sähe dann die Anord­nung von Kurz­ar­beit vor.“ Die Hürden seien aller­dings hoch. Der Verein müsse dar­legen, dass ohne Kurz­ar­beit die eigene Exis­tenz gefährdet sei.

Eine zweite Mög­lich­keit bestünde darin, sich das Ein­ver­ständnis der Spieler ein­zu­han­deln, indem man bei­spiels­weise die Zustim­mung unter ver­schie­dene Bedie­nungen setzt, wie eine zeit­liche Begren­zung oder einen Zuschuss zum Kurz­ar­bei­ter­geld“, sagt Hautumm.

Slo­wa­ki­scher Top-Klub MSK Zilina pleite – War­nung an die Fuß­ball­welt

Dieser Tage ist der erste Pro­fi­verein unter den finan­zi­ellen Aus­wir­kungen der Coro­na­krise zer­bro­chen. Das Bei­spiel des slo­wa­ki­schen Tabel­len­zweitem MSK Zilina zeigt ein­dring­lich, was pas­sieren kann, wenn Spieler nicht auf ihr Gehalt oder einen Teil ver­zichten wollen. Der slo­wa­ki­sche Erst­li­gist und sie­ben­fa­cher Meister gab ges­tern bekannt, insol­vent zu sein. Haupt­grund seien die Ein­nah­me­ver­luste durch die abge­sagten Spiele und aus­blei­bende Som­mer­trans­fers. Der Verein geriet über­dies finan­ziell in Schief­lage, weil sich die Spieler nicht zu Gehalts­ein­bußen über­reden ließen. Sie hatte eine Ver­hand­lung mit der Spie­ler­ge­werk­schaft abwarten wollen. Statt­dessen wurden nun 17 Spie­lern gekün­digt.