Seite 2: „Tipp: Unbedingt eine Hose anziehen“

Sokratis / Zlatko Junu­zovic
Borussia Dort­munds Sokratis ist nicht unbe­dingt einer, gegen den wir gerne einmal Fuß­ball spielen würden. Eigent­lich würden wir auch abseits des Platzes eher ungern begegnen, aus Angst, dass uns der Grieche umweglos in einen knall­harten Zwei­kampf ver­wi­ckelt, aus dem wir nur voller Schmerzen und tief trau­ma­ti­siert auf geschun­denen Knien her­aus­krie­chen. Umso bewun­derns­werter war die Aktion von Zlatko Junu­zovic, der Sokratis beim 1:3 der Bremer gegen Dort­mund in sieben Sekunden gleich dreimal tun­nelte. Ob sich Sokratis im Laufe des Spiels revan­chierte, etwa mit einer auf Kopf­höhe ein­ge­sprun­genen Grät­sche oder mög­li­cher­weise mit einem mit Zim­mer­manns­nä­geln prä­pa­rierten Base­ball­schläger, wissen wir leider nicht. Wir hatten den Fern­seher aus Angst bereits aus­ge­stellt.

Michael Gre­go­ritsch
Tja, man kennt das. Da schickt man nichts­ah­nend und nur mit den besten Absichten ein paar Dick-Pics per Whatsapp in die Welt, und schon steht die Polizei oder der ört­liche Rocker­klub vor der Tür. In diesem Sinne wollen wir Ham­burgs Michael Gre­go­ritsch im Klub begrüßen, der zwar nicht voll­ends den Marco Engel­hardt gemacht hat, immerhin aber mit einer Dame via Whatsapp flir­tete, deren Macker anschlie­ßend von Gre­go­ritsch 200.000 Flo­cken erpressen wollte, weil, tja, die Welt eben voller Arsch­lö­cher ist. Die ganze Sache geht nun vor Gericht, da es ein schwe­bendes Ver­fahren ist, wollte sich Gre­gor­tisch nicht äußern. Und auch wir halten uns bedeckt, geben aber aus eigener Erfah­rung den guten Tipp: Vor Gericht unbe­dingt eine Hose anziehen und wäh­rend der Ver­hand­lung keine anzüg­li­chen Fotos an die Gerichts­pro­to­kol­lantin schi­cken.

Anthony Modeste
Fun Fact: Im Spiel gegen Hof­fen­heim schoss Anthony Modeste derart viele Fahr­karten, dass sich die Fahr­kar­ten­au­to­maten in Köln zu Kar­neval nun als Modeste ver­kleiden wollen. Unge­fähr zwei­und­acht­zigmal tauchte Modeste vor dem Kasten der Hof­fen­heimer auf, ein ums andere Mal vergab der Fran­zose, auch des­halb blieb es beim 0:0. Immerhin: Durch seine vielen Fehl­schüsse umging Modeste die Mög­lich­keit, von Huub Ste­vens in den Kata­komben auf­ge­fressen zu werden. Auch gut.

Die Dresdner Fans
Gut, streng genommen geht es hier um die Bun­des­liga und Dynamo Dresden gehört damit eigent­lich nicht hierher. Aber wer zwei Jahre Arbeit und 20000 Euro inves­tiert, um eine Block­fahne auf die Beine zu stellen, die das gesamte Sta­dion umfasst und somit für die wahr­schein­lich ein­drucks­vollste Choreo des deut­schen Fuß­balls sorgt, der gehört an dieser Stelle trotzdem auf­ge­nommen. Wir ziehen also sämt­liche Hüte die wir haben vor dem Enga­ge­ment der Betei­ligten und freuen uns ganz beson­ders, dass es aus Dresden auch noch Nach­richten gibt, bei denen man nicht das drin­gende Bedürfnis ver­spürt, ein AfD-Par­tei­pro­gramm anzu­zünden und rituell um das Feuer her­um­zu­tanzen.