Oscar Wendt
Kennt jemand die Voyager Golden Records“? Das sind Daten­platten an Bord der Raum­sonden Voyager I und II, die Bild- und Audio­in­for­ma­tionen ent­halten. Die Golden Records sollen so im Falle eines – sehr unwahr­schein­li­chen – Kon­takts mit Außer­ir­di­schen ein umfang­rei­ches Bild der Mensch­heit ver­mit­teln, etwa durch Musik von Johann Sebas­tian Bach und Bil­dern der Ana­tomie des Men­schen. Nun, nach Oscar Wendts Traumtor gegen die Hertha müssen beide Sonden leider zurück­ge­rufen werden, damit die Platten um ein Video von Wendts Win­kel­knaller ergänzt werden können. Die gute Nach­richt: Nach Ansicht des Video­ma­te­rials hat sich die Nasa sofort bereit­erklärt, die 500 Mil­li­arden Dollar an Kosten zu über­nehmen.

Alex­ander Baum­jo­hann
Gra­tu­lieren wollen wir trotz des 1:4‑Niederlage der Hertha an dieser Stelle Alex­ander Baum­jo­hann. Zum einen weil Baum­jo­hann noch immer laufen kann, obwohl seine Kreuz­bänder längst als quiet­schende Keil­riemen in einem alten Opel Kadett ver­baut sind. Zum anderen, weil er nach 2443 Tagen mal wieder getroffen hat. Sein letztes Tor schoss Baum­jo­hann im Februar 2009, damals noch für Glad­bach gegen Han­nover. Glück­wunsch also, da ziehen wir uns aner­ken­nend die Arthro­skopie-Schläuche aus den Knien.

Philipp Lahm, Manuel Neuer, Arturo Vidal
Nach dem bay­ri­schen Gejammer über die arg defen­sive Spiel­weise der Ein­tracht am Wochen­ende wollen wir uns mit einem Apell an die Bay­ern­stars Lahm, Neuer und Vidal wenden, die sich in den Inter­views nach dem Spiel ganz beson­ders über den Frank­furter Beton auf­ge­regt haben. Der Ein­fach­heit halber tun wir das in einer Sprache, die die drei sicher ver­stehen: Mimimimimimimimimimimimimimimimimimimi -
mimimimimimimimimimimimimimimimimimi -
mimimimimimimimimimimimimimimimimimi…

Marc Sten­dera
Frank­furts Marc Sten­dera ist in unserer 11 des Spiel­tags ein gern gese­hener Gast. Nicht nur, weil uns sein Name das weite und wun­der­bare Feld der Penis­witze eröffnet oder er mit seinen 19 Jahren einen derart groß­ar­tigen Voll­bart trägt, dass selbst Al Bor­land neben ihm aus­sieht wie ein frisch rasierter Nackt­mull, son­dern vor allem, weil er ein sehr, sehr begabter Kicker ist. In dieser Woche beehrt uns Sten­dera, weil er im Spiel gegen die über­mäch­tigen Super­bayern die Sen­sa­tion auf dem Fuß hatte. Nach einem Quer­schläger von Manuel Neuer nahm Sten­dera den Ball direkt, leider aber mit dem schwa­chen Linken. Die ganz große Über­ra­schung blieb also aus, immerhin aber erin­nerte uns Sten­dera daran, dass es mal eine Zeit gab, lang ist sie her, in der man die Bayern tat­säch­lich schlagen konnte.

Sokratis / Zlatko Junu­zovic
Borussia Dort­munds Sokratis ist nicht unbe­dingt einer, gegen den wir gerne einmal Fuß­ball spielen würden. Eigent­lich würden wir auch abseits des Platzes eher ungern begegnen, aus Angst, dass uns der Grieche umweglos in einen knall­harten Zwei­kampf ver­wi­ckelt, aus dem wir nur voller Schmerzen und tief trau­ma­ti­siert auf geschun­denen Knien her­aus­krie­chen. Umso bewun­derns­werter war die Aktion von Zlatko Junu­zovic, der Sokratis beim 1:3 der Bremer gegen Dort­mund in sieben Sekunden gleich dreimal tun­nelte. Ob sich Sokratis im Laufe des Spiels revan­chierte, etwa mit einer auf Kopf­höhe ein­ge­sprun­genen Grät­sche oder mög­li­cher­weise mit einem mit Zim­mer­manns­nä­geln prä­pa­rierten Base­ball­schläger, wissen wir leider nicht. Wir hatten den Fern­seher aus Angst bereits aus­ge­stellt.

Michael Gre­go­ritsch
Tja, man kennt das. Da schickt man nichts­ah­nend und nur mit den besten Absichten ein paar Dick-Pics per Whatsapp in die Welt, und schon steht die Polizei oder der ört­liche Rocker­klub vor der Tür. In diesem Sinne wollen wir Ham­burgs Michael Gre­go­ritsch im Klub begrüßen, der zwar nicht voll­ends den Marco Engel­hardt gemacht hat, immerhin aber mit einer Dame via Whatsapp flir­tete, deren Macker anschlie­ßend von Gre­go­ritsch 200.000 Flo­cken erpressen wollte, weil, tja, die Welt eben voller Arsch­lö­cher ist. Die ganze Sache geht nun vor Gericht, da es ein schwe­bendes Ver­fahren ist, wollte sich Gre­gor­tisch nicht äußern. Und auch wir halten uns bedeckt, geben aber aus eigener Erfah­rung den guten Tipp: Vor Gericht unbe­dingt eine Hose anziehen und wäh­rend der Ver­hand­lung keine anzüg­li­chen Fotos an die Gerichts­pro­to­kol­lantin schi­cken.

Anthony Modeste
Fun Fact: Im Spiel gegen Hof­fen­heim schoss Anthony Modeste derart viele Fahr­karten, dass sich die Fahr­kar­ten­au­to­maten in Köln zu Kar­neval nun als Modeste ver­kleiden wollen. Unge­fähr zwei­und­acht­zigmal tauchte Modeste vor dem Kasten der Hof­fen­heimer auf, ein ums andere Mal vergab der Fran­zose, auch des­halb blieb es beim 0:0. Immerhin: Durch seine vielen Fehl­schüsse umging Modeste die Mög­lich­keit, von Huub Ste­vens in den Kata­komben auf­ge­fressen zu werden. Auch gut.

Die Dresdner Fans
Gut, streng genommen geht es hier um die Bun­des­liga und Dynamo Dresden gehört damit eigent­lich nicht hierher. Aber wer zwei Jahre Arbeit und 20000 Euro inves­tiert, um eine Block­fahne auf die Beine zu stellen, die das gesamte Sta­dion umfasst und somit für die wahr­schein­lich ein­drucks­vollste Choreo des deut­schen Fuß­balls sorgt, der gehört an dieser Stelle trotzdem auf­ge­nommen. Wir ziehen also sämt­liche Hüte die wir haben vor dem Enga­ge­ment der Betei­ligten und freuen uns ganz beson­ders, dass es aus Dresden auch noch Nach­richten gibt, bei denen man nicht das drin­gende Bedürfnis ver­spürt, ein AfD-Par­tei­pro­gramm anzu­zünden und rituell um das Feuer her­um­zu­tanzen.