Seite 4: 4000 rassistische Posts an Balotelli

Zum Schluss ver­weist Anwar Uddin noch auf eine Studie im Auf­trag von Kick It Out“, die das Ausmaß dis­kri­mi­nie­render Posts im Zusam­men­hang mit Pre­mier-League-Fuß­ball in sozialen Medien und Foren zwi­schen August 2014 und März 2015 offen­legt. Wäh­rend dieser Zeit wurden mehr als 130.000 dis­kri­mi­nie­rende Posts ver­öf­fent­licht, fast 90 Pro­zent davon auf Twitter, wobei man annehmen muss, dass dieses Ver­hältnis durch den hohen Anteil von Face­book-Posts ent­steht, die nicht für jeder­mann sichtbar sind. Allein 8000 Posts rich­teten sich direkt an Mario Balo­telli, mehr als die Hälfte davon waren ras­sis­ti­sche Belei­di­gungen – Balo­telli nimmt damit die Spit­zen­po­si­tion“ in diesem Ran­king ein.

41 Anzeigen bei der Polizei – 13 Unter­su­chungen

Auf den Plätzen zwei und drei liegen die eben­falls dun­kel­häu­tigen Fuß­baller Danny Wel­beck und Daniel Stur­ridge, der zu mehr als 60 Pro­zent wegen seiner angeb­li­chen Homo­se­xua­lität belei­digt wird. Stur­ridge selbst hat sich an der Dis­kus­sion über seine sexu­elle Ori­en­tie­rung bisher nicht öffent­lich betei­ligt. Auf­ge­teilt nach der Art der Dis­kri­mi­nie­rung ent­fallen laut der Studie 28 Pro­zent auf Ras­sismus, 25 Pro­zent auf das Geschlecht einer Person und 19 Pro­zent auf die sexu­elle Ori­en­tie­rung – den Rest des Spek­trums teilen sich Behin­de­rungen, Anti­se­mi­tismus, Isla­mo­phobie und Belei­di­gungen auf­grund des Alters. 78 Pro­zent aller regis­trierten Posts kamen von Män­nern.

Kick It Out“ hat damit begonnen, dis­kri­mi­nie­rende Posts bei der Polizei anzu­zeigen. Wäh­rend der Hin­runde der Saison 2014/2015 wurden 41 Fälle ange­zeigt, in 13 davon lei­tete die Polizei Unter­su­chungen ein.

Clapton gewinnt 3:2

Zurück zum Clapton FC. Mitt­ler­weile ist es dunkel, der Regen flim­mert vor den Lampen der Flucht­licht-Masten. Clapton hat Eton Manor mit 3:2 geschlagen, obwohl die Gäste zur Pause mit 2:0 geführt hatten. Ein Sieg zum Auf­takt der Saison. Steve steht mit einer Dose Bier neben der Tri­büne im Matsch, er ist sicht­lich zufrieden.

Die Mann­schaft ver­sam­melt sich vor der Steh­platz­tri­büne und feiert zusammen mit den 300 Fans, am Schluss klat­schen sie sich mit denen in der ersten Reihe ab, dar­unter auch Tom­maso: die übliche Pro­zedur. Am Wochen­ende steht das nächste Heim­spiel an, die erste Runde im Pokal. Bei gutem Wetter dürften dann noch deut­lich mehr Fans nach Forest Gate kommen als an diesem ver­reg­neten Diens­tag­abend im August.