Da waren’s nur noch drei. Durch den Ver­kauf der Namens­rechte am Bremer Weser­sta­dion rollt der Ball in der kom­menden Bun­des­liga-Saison nur durch drei Sta­dien, die nicht nach einem Sponsor benannt sind. Ledig­lich Borussia Mön­chen­glad­bach, Hertha BSC und Union Berlin tragen keinen Sponsor im Namen ihrer Spiel­stätte. 

Lange Zeit zählte auch der SV Werder Bremen zu diesem exklu­siven Kreis. Doch am 13. Juni ver­kün­dete der Verein offi­ziell, was die Spatzen schon längst vom Sta­di­on­dach pfiffen: Ab der kom­menden Saison spielt der Verein im Wohn­in­vest Weser­sta­dion“. Min­des­tens zehn Jahre lang. Dafür kas­siert der Verein ins­ge­samt rund 30 Mil­lionen Euro. 

Was nicht ganz richtig ist. Denn das Geld erhält der Betreiber des Sta­dions: die Bremer Weser-Sta­dion GmbH. Und die gehört nur zur Hälfte dem Verein. Mit­ei­gen­tü­merin ist die Stadt Bremen. Effektiv bringt der Deal dem Klub also rund 1,5 Mil­lionen Euro pro Jahr. Zum Ver­gleich: Bayern Mün­chen und der FC Schalke 04 kas­sieren für die Ver­mark­tung ihrer Sta­di­on­namen rund sechs Mil­lionen Euro jähr­lich. 

Es ist wichtig, klar zu kom­mu­ni­zieren“

Den­noch ist der Verein offenbar auf die Ein­nahmen ange­wiesen. Wenn man sich zum Pro­fi­fuß­ball bekennt und dort mit­mi­schen will, muss man Ver­mark­tungs­ent­schei­dungen treffen, die Ein­nahmen gene­rieren, um eine wett­be­werbs­fä­hige Mann­schaft ins Rennen schi­cken zu können“, sagt auch Sport­mar­ke­ting-Experte Dr. Peter Rohl­mann. 

Gleich­zeitig mahnt er: Der Sta­di­on­name und die Ver­eins­farben gehören zur Iden­tität eines Ver­eins. Wenn man hier Ände­rungen vor­nimmt, ist es wichtig, die Fans mit­zu­nehmen, im Vor­feld klar zu kom­mu­ni­zieren.“ Und genau hier liegt ein wesent­li­cher Kri­tik­punkt der aktiven Werder-Fans. In einer gemein­samen Stel­lung­nahme werfen sieben Bremer Ultra­gruppen dem Verein intrans­pa­rentes und unehr­li­ches Han­deln“ vor.