Zur Jahr­tau­send­wende sah die Sache noch ganz anders aus. 2000 und 2001 war Inter Bra­tis­lava gleich zweimal hin­ter­ein­ander Double-Sieger in der Slo­wakei und hatte dem ewigen Rivalen Slovan zumin­dest kurz­zeitig den Rang abge­laufen. Aber Miss­wirt­schaft und Kor­rup­tion trieben den stolzen Tra­di­ti­ons­verein 2009 in den Kon­kurs. Die Lizenz über­nahm der FK Senica, wäh­rend Inter von einer Fanin­itia­tive auf­ge­fangen wurde und sich seither durch die unteren Ligen nach oben quält.

Motor des Wie­der­auf­baus ist Jozef Barmos. Einst hat Barmos selbst für Inter gespielt, außerdem 52 Län­der­spiele für die Tsche­cho­slo­wakei gemacht, gegen­wärtig ist er eine Art Mäd­chen für alles für den Klub. Trainer, Manager, immer auf Spon­so­ren­suche – ohne Barmos geht bei Inter nichts. Und ganz all­mäh­lich kommt auch der Erfolg zurück: Nach zwei Auf­stiegen steht Inter mitt­ler­weile in der Spit­zen­gruppe der Dritten Liga. 

Beim lauen Som­mer­kick auf Inters Sport­platz ist auch Michal Ries­zansky anwe­send. Michal hat als Kind selber für Inter gespielt, mitt­ler­weile ist er Fan-Akti­vist und enga­giert sich im Fan-Bündnis Tri­buny“ gegen Ras­sismus und Frem­den­feind­lich­keit im slo­wa­ki­schen Fuß­ball. Mit Span­nung blickt er auf die anste­hende Euro­pa­meis­ter­schaft, auch wenn seine Laune arg durch den Kon­kurs seines Her­zens­klubs SKP Dubrovka getrübt ist. Eine wei­tere Pleite eines Klubs aus Bra­tis­lava, für den MIchal im Inter­view eine schlüs­sige Erklä­rung parat hatte: It’s Ost­block-shit, man.“