Wo kratzt es?
Im Gesicht von Gertjan Ver­beek. Der Trainer des 1. FC Nürn­berg hat am Ende der Hin­runde das Rasieren ein­ge­stellt – nicht weil er sich optisch abgrenzen wollte von seinen Dop­pel­gän­gern André Rieu und Rod Ste­wart. Son­dern aus Aber­glauben. In einem Anflug von Leicht­sinn hat Ver­beek Ende des Jahres ver­kündet, er werde sich erst wieder rasieren, wenn seine Mann­schaft zum ersten Mal gewonnen habe. Weil dem Club das in der ganzen Hin­runde nicht gelungen ist und Test­spiel­siege nicht zählen, trägt Ver­beek jetzt graue Sta­cheln im Gesicht. Aller­dings ist sein Bart­wuchs nicht so üppig, dass er in der Win­ter­pause ohne fal­schen Bart als Weih­nachts­mann hätte auf­treten können, um sich noch ein biss­chen was nebenher zu ver­dienen.

Was macht Tim Wiese?
Der Kicker“ hat ihn am Mitt­woch in der Sins­heimer Bade­welt beim Schwimmen gesichtet. Angeb­lich hält sich der Tor­hüter dort nach seiner Ver­trags­auf­lö­sung bei der TSG Hof­fen­heim für künf­tige Enga­ge­ments fit. Wahr­schein­li­cher ist, dass Wiese (Foto) Schwimmen als Aus­gleichs­sport betreibt – zum anstren­genden und seh­nen­be­las­tenden Geld­zählen. Sechs Mil­lionen Euro soll die TSG dem frü­heren Natio­nal­tor­hüter dafür zahlen, dass er bei den Hof­fen­hei­mern nicht mehr als Ange­stellter geführt wird. Alles in allem dürfte Wiese damit zu den am besten bezahlten Arbeit­neh­mern der Welt gezählt haben. Pro Ein­satz für die TSG hat er eine Mil­lion Euro erhalten. Dass jeder ein­zelne Cent gut ange­legt war, lässt sich jetzt nicht unbe­dingt behaupten.

Worauf ist Ver­lass?
Auf den Winter. Hat sich in der gesamten Win­ter­pause nicht bli­cken lassen – und meldet sich pas­send zum Rück­run­den­auf­takt mit Schnee und Eis zurück. Was wir daraus lernen? Die Win­ter­pause braucht kein Mensch.

Wer wan­delt auf Dr. Fran­ken­steins Spuren?
Jens Keller, der Trainer des FC Schalke 04, arbeitet gerade an einem ver­we­genen Plan. Er möchte die offen­sive Geschmei­dig­keit seines Links­ver­tei­di­gers Chris­tian Fuchs mit der defen­siven Stärke seines Links­ver­tei­di­gers Sead Kolasinac kreuzen. Wenn wir aus den beiden einen machen könnten, hätten wir nen richtig Guten“, sagt Keller. Dass auf diese Weise auch noch eine Plan­stelle und damit ein Gehalt ein­ge­spart werden könnte, wäre für die finanz­schwa­chen Schalker ein nicht zu unter­schät­zender Neben­ef­fekt. Aller­dings sind sie bei Schalke ein biss­chen besorgt, dass Kel­lers Expe­ri­ment ganz anders endet. Bei ihm wird der neue Links­ver­tei­diger ver­mut­lich die offen­sive Stärke von Kolasinac besitzen und die Defen­si­vqua­li­täten von Fuchs.

Wer sollte sich mal hin­ter­fragen?
Ein biss­chen Demut könnte den Bayern nicht schaden. Halten sich für die Aller­schärfsten – und kriegen nix, aber auch gar nix auf die Reihe! Mit ihrem Umsatz von 431 Mil­lionen Euro waren sie in der ver­gan­genen Saison welt­weit nur die Nummer drei. Und auf ihre 41 Bun­des­li­ga­spiele ohne Nie­der­lage müssen sie sich erst recht nichts ein­bilden. Steaua Buka­rest ist in den Acht­zi­gern 104 Spiele unge­schlagen geblieben. Im Januar 2016 können wir uns also gerne noch mal spre­chen.

Was macht Felix Magath?
Uns langsam ein biss­chen Sorgen. Schlägt ihm die Arbeits­lo­sig­keit aufs Gemüt? Magath zeigt bereits erste Sym­ptome von Antriebs­lo­sig­keit und Gleich­gül­tig­keit. Auf die Nach­richt, dass der Ham­burger SV sich eine Struk­tur­re­form ver­ordnen will, reagierte die HSV-Ikone Magath mit offen­sivem Des­in­ter­esse. Ist mir egal“, sagte er nur. Gebt dem Mann doch end­lich wieder eine Auf­gabe!