Seite 2: Ihr könnt machen was ihr wollt

50+1

Die steht dem Investor näm­lich seit dem ersten Tag seines Enga­ge­ments im Weg. Weil er die Details nicht kannte. Als Ismaik im Mai 2011 für 18,4 Mil­lionen Euro 60 Pro­zent der 1860 Mün­chen KGaA über­nahm, war ihm nicht bewusst, dass er dadurch nur 49 Pro­zent der Stimmen erwarb. 

Allianz Arena, Hot Spot Mün­chen und die große Ver­gan­gen­heit des Klubs rochen nach einem lukra­tiven Geschäft. Offenbar aber nur, wenn Ismaik schalten und walten kann, wie er will. Des­wegen bat er die DFL schon mehr­fach, die Zügel doch bitte zu lockern. Und eng­li­sche Ver­hält­nisse in die Wege zu leiten. 

Du darfst so gut wie bleiben 

Etwas mehr Glück als Run­jaic hatte Sport­di­rektor Thomas Eichin. Der wurde zwar auch geschoren, darf als Sport­di­rektor aber bleiben. Nur sein Amt als Geschäfts­führer ist er los. 

Er hat Fehler gemacht und noch nicht die Arbeit geleistet, die wir uns erwartet haben. Wir unter­stützen ihn aller­dings wei­terhin und for­dern ihn auf, die Leis­tung zu erbringen, die man erwartet, um den Verein sport­lich vor­an­zu­treiben. Er wird seinen Auf­ga­ben­be­reich haben. Wenn wir sehen, dass er seine Auf­gaben erfüllt, werden wir ihn wei­terhin unter­stützen“, sagte Ismaik über Eichin. 

Mit diesen Auf­ga­ben­be­rei­chen“ scheint Eichin schwer beschäf­tigt zu sein. Auf ein State­ment sei­ner­seits wartet man näm­lich seitdem ver­ge­bens. Beim Spiel gegen Braun­schweig am Wochen­ende war er dabei. Auf der Pres­se­tri­büne. Unter jenen Leuten, die boy­ko­tiert werden, beob­ach­tete er die 1:2‑Niederlage der Löwen. 

Neuer Geschäfts­führer ist Anthony Power. Der Name ist Refe­renz. Da ist es völlig egal, dass er mit Fuß­ball rein gar nichts am Hut hat. Good after­noon, my name is Anthony“, stellte sich der 50-jäh­rige Frisch­ling in schul­buch­mä­ßigem Eng­lisch brav vor. Er hätte die letzten 25 Jahre in vielen Berei­chen in der ganzen Welt gear­beitet. Dass er ein wei­terer Hand­langer Ismaiks sein wird, ver­schwieg er. 

Ihr könnt machen was ihr wollt 

Seit Ismaik sich für 1860 Mün­chen enga­giert, hat er sich hohe Ziele gesteckt. Sechzig wird wieder in die Bun­des­liga zurück­kehren. Zu den besten deut­schen Mann­schaften werde man gehören. Die Cham­pions League wird kommen. Ein eigenes Sta­dion wird gebaut, die ver­hasste Allianz Arena wird der Ver­gan­gen­heit ange­hören, eine eigene Heimat steht bevor.

Diese Ziele hat Ismaik bisher mit acht Trai­nern, vier Sport­di­rek­toren, drei Geschäfts­führer und 
vier Prä­si­denten ver­folgt.